Ergebnis einer Verhandlung vor dem Amtsgericht

Eierwurf auf Jugendliche: Uelzener muss 400 Euro zahlen

Vor dem Amtsgericht musste sich der Uelzener wegen der Würfe mit Eiern verantworten.
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Vor dem Amtsgericht musste sich der Uelzener wegen der Würfe mit Eiern verantworten.

Uelzen – Ein Uelzener hat 400 Euro zu zahlen, weil er im vergangenen Oktober aus einem Fenster heraus zwei junge Syrer mit Eiern beworfen hat. Das ist das Ergebnis einer Verhandlung vor dem Amtsgericht.

Der Uelzener habe mit den geworfenen Eiern zumindest billigend in Kauf genommen, das jemand verletzt wird, argumentierte das Gericht.

Der Angeklagte zeigte sich von Beginn der Verhandlung an geständig, was die Würfe betraf und auch reumütig. „Es tut mir leid. Mir ist das im Nachgang auch unangenehm“, sagte er.

Hintergrund des Eierwurfs und auch gefallener Worte wie „Verpisst euch“ ist nach Angaben des Angeklagten lautes Gerede vor seiner Wohnung gewesen. „Ich arbeite im Nachtdienst. Da war schön öfter Krach“, schilderte er der Jugendrichterin Claudia Hagemann. Als er sich am 17. Oktober dann abends Essen mit Tomaten und Eiern habe machen wollen und vor der Wohnung es wieder lauter wurde, hatte er einen „schwachen Moment“.

Die verständigte Polizei konnte anhand der Kennzeichnung die Schalenreste den Eiern in der Wohnung des Angeklagten zuordnen. Die Beamten bemerkten auch: Der Mann stand zum Zeitpunkt der Würfe unter dem Einfluss von Alkohol. In den Akten wird ein Wert von 1,63 Promille gegen 20 Uhr festgehalten. Die Richterin zum Angeklagten: „Das ist ein Wort. Da müssen Sie auf sich aufpassen.“

Im Raum stand auch, dass der Mann sich in rassistischer Weise gegenüber den Jugendlichen geäußert hat, weswegen in der Anklageschrift zunächst auch der Straftatbestand der Volksverhetzung zu finden war. Wie die Staatsanwaltschaft am Ende der Verhandlung erklärte, habe sich dieser Vorwurf aber nicht erhärtet. Die Jugendlichen, die im Oktober 14 und 15 Jahre alt waren, konnten sich an den Wortlaut von Beschimpfungen nicht mehr erinnern. Womöglich war es auch nur die erboste Aufforderung, den Ort zu verlassen. Ein Jugendlicher räumte auch ein, ebenfalls nicht zimperlich mit der Wortwahl gewesen zu sein. Bei den beiden Jugendlichen entschuldigte sich der Angeklagte im Gericht: „Ich wollte euch keine Angst machen.“ Der Mann gab an, dass er keine rassistischen Gedanken hege. Im Beruf habe er sogar einen Syrer gefördert, und verbringe Zeit mit ihm.

Das kam für das Gericht glaubwürdig rüber. Das Verfahren wird mit Zahlung der 400 Euro eingestellt. Die Staatsanwaltschaft gab aber dem Angeklagten mit auf den Weg, dass sinnvoller gewesen wäre, das Gespräch mit den Jugendlichen zu suchen. (nre)

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