Stadtforst begrenzt Laubholz-Einschlag / Große Nachfrage erhöht Einnahmen

Nur 30 Eichen dürfen weichen

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Stadtförster Thomas Göllner mit einer kapitalen Eiche, die demnächst versteigert wird. Pro Jahr werden im Stadtwald rund 4300 Festmeter Holz gefällt, darunter nur maximal 30 Eichen.

Uelzen. Angesichts steigender Preise für Heizöl, Gas und Strom erfreut sich das Heizen mit Brennholz auch in Uelzen großer Beliebtheit. „Die Nachfrage ist in den letzten fünf Jahren massiv gestiegen. In vielen Häusern gibt es einen Ofen oder Kamin.

Auch im Baubereich ist Holz derzeit sehr gefragt“, berichtet Stadtförster Thomas Göllner. Und das wirkt sich auf die Holzpreise aus, die auf einem anhaltend hohen Niveau liegen und der Stadtforst, einem Eigenbetrieb der Stadt Uelzen, gute Einnahmen bescheren.

So sind im Haushalt 2014 Erlöse aus dem Holzverkauf von insgesamt 330 600 Euro angesetzt. Unter dem Strich rechnet Göllner mit einem Überschuss im Etat von 37 600 Euro. Ähnlich gut fällt auch die Bilanz des vorigen Jahres aus. „Noch liegen nicht alle Zahlen vor, aber wir werden auch 2013 einen positiven Haushaltsabschluss erzielen“, sagt er. Die Erlöse aus dem Holzverkauf und auch der Überschuss dürften sich im selben Rahmen bewegen, der für 2014 erwartet wird.

Die höchsten Preise bei Auktionen erzielt Eichenholz. Je nach Qualität reicht die Spanne hier von 150 bis 500 Euro pro Kubikmeter. Für einzelne Spitzenstämme werden sogar 800 Euro gezahlt. Am günstigsten ist Kiefernholz mit Kubikmeter-Preisen von 70 bis 80 Euro.

Die Stadtforst kann den Holzeinschlag aber nicht beliebig erhöhen, um mehr Einnahmen zu erzielen. „Wir haben uns seit über 40 Jahren der Nachhaltigkeit verpflichtet“, betont Göllner. Das bedeutet: Der Holznutzung sind klare Grenzen gesetzt, um die Ressourcen langfristig zu sichern. „Wir schlagen pro Jahr nur etwa 4300 Kubikmeter. Das sind fünf bis zehn Prozent weniger als jährlich dazuwächst“, erläutert der Stadtförster. Zudem wird immer nur ein Fünftel der rund 900 Hektar großen Stadtwald-Fläche bewirtschaftet, und dies auch nur zwischen September und März. So können sich die übrigen vier Fünftel erholen.

Kiefern und Fichten machen mit jeweils rund 40 Prozent den Löwenanteil des Holzeinschlags aus. Auf die anderen Baumarten – Lärche, Douglasie, Eiche und Buche – entfallen die übrigen 20 Prozent. Vor allem bei der Vermarktung von Laubholz hält sich die Stadtforst sehr zurück. „Pro Jahr fällen wir nur maximal 30 Eichen“, erklärt Göllner. Dadurch soll der Laubholz-Anteil im traditionell durch Nadelhölzer geprägten Stadtwald erhöht werden.

Genaue Einblicke in den Haushaltsplan 2014 gibt es heute ab 16 Uhr. Dann tagt der Betriebsausschuss Stadtforst öffentlich im Rathaus (Raum 102).

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