EHEC bremst Marktkäufer

Uwe Stahnke hat sein Gemüse untersuchen lassen und spürt trotzdem die Kaufzurückhaltung in der Kasse. Foto: Köhler-Götze

Uelzen. „Am Mittwoch war der Verkauf schon ziemlich verhalten“, erinnert sich Uwe Stahnke, Obst- und Gemüsehändler, an seinem Stand auf dem Uelzener Wochenmarkt, „und am Donnerstag habe ich dann nicht eine einzige Gurke verkauft.“ Die Kaufzurückhaltung der Kunden wegen des EHEC-Keims hat er sehr deutlich zu spüren bekommen, nicht nur bei Gurken und Salat. „Das erstreckt sich auch auf Pfirsiche und sonst alles, was aus Spanien kommt.“

Eigentlich hatte er am Sonnabend überhaupt keine Gurken mehr auf dem Markt anbieten wollen, aber sein Großhändler hat ihn davon überzeugt, es noch einmal zu versuchen. Den Großhändler treffe es härter als ihn, findet Stahnke. Er selber müsste das Gemüse ja nicht unbedingt einkaufen, wenn er es nicht verkaufen kann, aber die Gemüsebauern und Großhändler, die jetzt ihren Jahresumsatz machen, von dem sie dann lange leben müssen, die treffe es wirklich hart.

Eingekauft hat er dann die Gurken doch und über denen prangt jetzt ein großes Plakat, auf dem er versichert, dass die im Labor getestet worden und für unbedenklich erklärt worden sind. Zusätzlich liegen neben den Gurkenstiegen noch die Faxe aus dem Labor aus.

Wie Stahnke verfahren einige Gemüsehändler auf dem Markt. An vielen Ständen liegen Hinweise auf Labortests aus. Überall berichten die Händler von Diskussionen mit den Kunden, die sie vermehrt führen müssen. Durchweg freundlich seien die Kunden dabei, so Rosemarie Dieterich vom Stand nebenan. Bei den Kunden sind die wildesten Spekulationen zu hören, wie die EHEC-Keime auf das Gemüse gelangt sein könnten. Die Erklärungsvorschläge reichen von Sabotage bis hin zu Dünger aus Massentierhaltung.

Egbert Hauptmann an seinem Biogemüse-Stand trifft es ein wenig härter als die Kollegen mit konventionellem Gemüse. „Wir haben ja die Kunden, die ohnehin misstrauischer sind als die Normalverbraucher“, versucht er sich in Erklärungen. Der Salat von seinen eigenen Feldern geht schleppend. „Ich kann es den Kunden noch nicht einmal verdenken“, sagt er, „und wenn ich Pech habe, dann kann ich einen Großteil der Ernte nur noch unterpflügen. Der muss jetzt geerntet werden. Ich kann ihn ja nicht vom Wachsen abhalten.“

Fast gar nicht betroffen ist der Elbershof mit seinen Gemüse-Abokisten. Die Kunden könnten per Internet abbestellen, was sie nicht haben wollen, aber gerade mal 20 Kunden wollten keinen Salat und keine Gurken, berichtet Anke Hennings. Selbst beim Honigstand ist EHEC ein Thema: „Hilft auch gegen Keime“, verkündet die Schultafel am Stand. Ob aber auch gegen diese, das mag der Honighändler denn doch nicht versprechen.

Von Jürgen Köhler-Götze

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare