EHEC-Ausbruch gestoppt

Lebensgefährliches Bakterium: Am EHEC-Erreger sind bundesweit 50 Menschen gestorben und 4321 erkrankt. Im Kreis Uelzen gab es 13 Krankheitsfälle, die alle gutartig verliefen. Foto: dpa

Uelzen/Landkreis. Die EHEC-Erkrankungswelle, von der in den vergangenen Monaten vor allem Deutschland betroffen war, ist im Landkreis Uelzen weitgehend glimpflich verlaufen. Dem hiesigen Gesundheitsamt wurden im Zeitraum vom 1. Mai bis zum 25. Juli insgesamt 13 EHEC-Krankheitsfälle im Kreis Uelzen gemeldet. „In elf Fällen wurde der für das Ausbruchsgeschehen verantwortliche gefährliche Erreger-Typ O104:H4 nachgewiesen“, sagt Kreissprecher Martin Theine.

Inzwischen hat das Robert-Koch-Institut (RKI) den Ausbruch der gefährlichen Darmerkrankung für beendet erklärt. Seit den ersten Fällen Mitte Mai in Hamburg seien dem RKI bundesweit 4321 Fälle gemeldet worden. Davon erwiesen sich 3469 tatsächlich als EHEC-Erkrankungen. Insgesamt 50 Patienten starben in Deutschland in Folge von EHEC oder des besonders aggressiven „hämolytisch-urämischen Syndroms“ (HUS). Bei dieser schweren EHEC-Erkrankung kann es zur Zerstörung der roten Blutkörperchen und der Nierenfunktion kommen.

Die letzte Meldung einer EHEC-Infektion oder eines Verdachtsfalls sei beim Gesundheitsamt Uelzen/Lüchow-Dannenberg am 1. Juli eingegangen, berichtet Theine. „Die Krankheitsverläufe waren überwiegend gutartig, keiner der Betroffenen befindet sich wegen der Erkrankung noch im Krankenhaus.“ Es sei lediglich ein HUS-Fall gemeldet worden. „Auch diese Person wurde inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen. Todesfälle im Zusammenhang mit einer EHEC-Erkrankung sind dem Gesundheitsamt nicht bekannt“, bilanziert Theine. Zurzeit gebe es im Kreis-Gesundheitsamt nur in Einzelfällen noch Nachkontrollen wegen eines weiteren Ausscheidens der Erreger.

„Sowohl von den Fallzahlen her als auch, was die jeweiligen Krankheitsverläufe anbetrifft, ist das Ausmaß und die Schwere des Ausbruchsgeschehens im Landkreis Uelzen glücklicherweise eher als gering einzuschätzen“, erklärt Theine.

Bei den Ermittlungen zur Feststellung, aus welcher Quelle der Erreger stammt, habe das Gesundheitsamt Uelzen/Lüchow-Dannenberg eng und intensiv mit weiteren Fachämtern des Kreises und Behörden des Landes zusammengearbeitet. Niedersachsenweit wurden dem Landesgesundheitsamt seit Anfang Mai insgesamt 856 EHEC- und HUS- Fälle übermittelt.

Nach Einschätzung des RKI ist es aber nicht auszuschließen, dass auch nach dem Ende der EHEC-Epidemie noch einzelne Infektionsfälle auftreten. Solche Infektionen können laut Theine zum Beispiel durch die Ausscheidungen von Menschen übertragen werden, auch wenn diese beschwerdefrei sind und keine Symptome haben. Eine Übertragung könne als Schmierinfektion direkt von Mensch zu Mensch erfolgen oder über Lebensmittel, die von Ausscheidern kontaminiert wurden.

Deshalb rät das Gesundheitsamt, auch weiterhin auf eine konsequente persönliche Hygiene zu achten und die bekannten allgemeinen Hygienemaßnahmen beim Umgang mit Lebensmitteln einzuhalten. Beim Auftreten schwerer oder blutiger Durchfälle sollte auch weiterhin an die Möglichkeit einer EHEC-Infektion gedacht werden und eine ärztliche Abklärung erfolgen, empfiehlt das Kreis-Gesundheitsamt.

Von Bernd Schossadowski

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