AZ testete Bratwürste auf dem Uelzener Weihnachtsmarkt – und war begeistert

Ein echt krosser Schmaus

Einer von drei Testsiegern: Die Thüringer Wurst von Arthur Bohnstedt – punktgleich mit der Thüringer von Andreas Kellmann und der Bratwurst des Barth-Caterings. Fotos: Huchthausen

Uelzen. Aus seinem Mund klingt es wie eine Lebensweisheit.

Bernd Schossadowski

Und wer Andreas Kellmann so sieht, wie er in der Rauchwolke seines Holzkohlegrills fast verschwindet und dabei seine original Thüringer Würstchen wieselflink mit der Zange wendet, der glaubt ihm jedes Wort: „Eine Bratwurst am Tag, das geht immer“, sagt der Schleswig-Holsteiner und grinst. Denn obwohl er Tag für Tag in seinem Verkaufsstand auf dem Weihnachtsmarkt steht, hat er von der Thüringer Spezialität nicht die Nase voll und lässt sie sich täglich schmecken. Auch ich bin ein echter Grillwurst-Fan. Doch wo gibt es auf dem Uelzener Weihnachtsmarkt die beste Bratwurst, zumindest die, die mir am besten schmeckt? Das wollte ich jetzt im Auftrag der AZ herausfinden. Sechs Anbieter – alle mit Produkten aus eigener Herstellung – verteilen sich zwischen Eisbahn und Riesenrad. An jedem Stand will ich eine Wurst probieren. Also, auf in dem Mampf!

Die erste Station ist gleich ein Volltreffer: Das Barth-Catering auf dem Herzogenplatz kredenzt den Klassiker vom Gasgrill, so wie ich ihn mag: außen schön knusprig, aber dennoch saftig, dazu kräftig gewürzt mit einem Anflug an Schärfe. Ein echter Genuss! Zwei Euro, einschließlich eines Brötchens, kostet die Wurst, die Caterer Alexander Barth vom Bevenser Fleischer Hencke bezieht.

Danach koste ich zweimal original Thüringer. Zunächst bei Andreas Kellmann, direkt vor der „Douglas“-Filiale. Seine Würste brutzeln auf dem Holzkohlegrill, sind ebenfalls schön kross, aber nicht ganz so scharf wie bei Barth, dafür mit Kümmelgeschmack. Einfach lecker! „Ja, der Kümmel ist ganz wichtig bei der Thüringer“, erklärt Kellmann, der seine Würste von einem Fleischer bei Jena bezieht. 2,50 Euro kostet die Wurst samt Brötchen.

Nur etwa hundert Meter weiter – vor der ehemaligen Kaufhalle – steht Arthur Bohnstedt aus Winsen (Luhe). Auch er verkauft original Thüringer Bratwurst im Brötchen. Ebenfalls für 2,50 Euro und von einem Lieferanten bei Jena. Moment mal: Ist das etwa der gleiche Fleischer? Bohnstedt schmunzelt vielsagend. „Das weiß ich gar nicht. Aber auf jeden Fall bin ich das Original“, betont er. Geschmacklich unterscheidet sich seine Bratwurst jedenfalls nicht von der Kellmanns. Auch dafür gibt es von mir die Bestnote.

Neben dem Riesenrad – am Ende der Lüneburger Straße – hat Kurt Kleuser seinen Stand aufgebaut. Seine Bratwurst kommt von einem Fleischer aus Celle, kostet zwei Euro und brät auf dem Gasgrill. „Das Rezept verrate ich aber nicht, das ist ein Geheimnis“, sagt Kleuser und lacht. Doch die kleinen grünen Punkte in der Wurst verraten es: Eine der Zutaten ist Petersilie. Außen knusprig, innen leicht süßlicher Geschmack: Dafür bekommt Kleusers Krosse vier von fünf möglichen Sternen. Schade nur, dass es als Beilage lediglich eine Toastbrotscheibe gibt.

„Die Meisterleistung“, so nennt sich die Bratwurst auf dem Gasgrill des Uelzener Fleischers Bruno Swajkiewicz. Im Gegensatz zu den anderen Testobjekten ist sie ziemlich fest und knackig, innen aber sehr fein gemahlen, mit leichter Schärfe und Majoran-Note. Auch nicht schlecht, geschmacklich mal was Anderes, dazu garniert mit einem Brötchen, das Ganze für zwei Euro.

Eine Wurst geht noch – und so besuche ich zum Abschluss den Stand der Landschlachterei Brink neben dem Alten Rathaus. Auch dort eine Überraschung: Die zwei Euro teure Wurst vom Gasgrill ist viel heller als die anderen, der Unterschied zwischen krosser Pelle und weichem Brät sehr groß. Dazu ein leichter nussiger Geschmack, aber als Beilage leider nur Toastbrot. Dafür gibt es am Ende die Note „gut“.

Das Fazit des Tests: Alle sechs Würste schmecken prima, ich kann sie absolut weiterempfehlen. Was bei meiner Bewertung den Ausschlag gibt, sind allein geschmackliche Vorlieben. Und so liegen die Wurst vom Barth-Catering und die beiden Thüringer-Stände bei mir ganz vorn.

Von Bernd Schossadowski

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