Innenminister will Leitstellen in Lüneburg zentralisieren / Uelzen startet Verbund

Durchbruch für 830 Notrufe

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Der erste Hammerschlag ist geschafft: Innenminister Uwe Schünemann begann gestern in Lüneburg den Bauabschnitt für eine kooperative Leitstelle für Polizei und Feuerwehr.

Uelzen/Lüneburg. Ab 2015 wird der Polizei-Notruf von Lüneburg aus für 1,25 Millionen Einwohner koordiniert. Derzeit ist die Einsatzleitstelle mit dem Namen „Luna“ für die Polizeiinspektionen Lüneburg/Uelzen/Lüchow-Dannenberg für rund 570 000 Menschen zuständig.

Friedrich Niehörster, Präsident der Polizeidirektion Lüneburg, rechnet damit, dass die Zahl der polizeilichen Notrufe dann von derzeit etwa 380 auf rund 830 täglich steigen wird. Das erklärte er gestern beim ersten Hammerschlag zum Bau einer kooperativen Leitstelle für Polizei und Feuerwehr in Lüneburg.

Uelzener Anrufer landen bereits seit zwei Jahren dort in der Leitstelle der Polizeidirektion, wenn sie die 110 wählen – anfangs erwiesen sich fehlende Ortskenntnisse der Mitarbeiter in Lüneburg noch als problematisch, trotz aktueller Computertechnik. So musste etwa ein Opfer solch einer Panne Ende 2010 nach einem Unfall schwerverletzt an der Bundesstraße 4 über 30 Minuten bei minus sieben Grad ausharren, eingeklemmt in seinem Fahrzeugwrack, da Rettungskräfte, Feuerwehr und Notarzt von der Leitstelle Luna auf eine Irrfahrt geschickt worden waren. „Sicherlich hat es auch mal menschliches Versagen gegeben“, sagte dazu gestern im AZ-Gespräch Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann, der im Behördenzentrum in Lüneburg den Wanddurchbruch für die neuen Räumlichkeiten der kooperativen Leitstelle begann. Fälle wie bei dem Schwerverletzten, der wegen der Verwechslung zweier Ortsteile in Lebensgefahr schwebte, könnten allerdings nicht mehr passieren, denn dank neuester Technik werde bei jedem Notruf auf dem Bildschirm in der Leitstelle sofort der Aufenthaltsort des Anrufers eingeblendet, betonte er.

Bis 2015 werden insgesamt acht Landkreise mit dieser Groß-Leitstelle abgedeckt. Schünemann hofft, dass künftig auch die 112-Notrufe für diese Region mit einer Fläche von rund 12 000 Quadratkilometern von Lüneburg aus koordiniert sowie Einsatzmaßnahmen besser abgestimmt werden. „Das ist auf Dauer günstiger“, erläuterte er. Denn in den nächsten zwei Jahren soll im Behördenzentrum in Lüneburg die Leitstelle der Polizei für die acht Landkreise mit der Notruf-Einrichtung von Feuerwehr und Rettungsdienst für den Landkreis Lüneburg aufgebaut werden, außerdem ein Büro für das Automatisierte Waldbrandfrüherkennungssystem.

Von Diane Baatani

Einen weiteren Artikel zum Thema finden sie in der Freitagsausgabe der AZ.

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