Landkreis/Oerrel: Landesforsten bereiten sich auf Wertholz-Submission vor

Duell per Briefgebot

Stapelweise Holz: In den Wäldern des Kreises wird die Nadelholzsubmission vorbereitet. Gebote werden schriftlich eingereicht. Foto: dpa

Landkreis/Oerrel. Bares Geld wartet derzeit in den Wäldern des Landkreises. Denn das geerntete Nadelholz liegt schon für die diesjährigen Submissionen bereit. Die Vorbereitungen für die Holzvergaben laufen. Am 8.

Februar lädt das Forstamt Oerrel der Niedersächsischen Landesforsten dann zur Wertholzversteigerung ein.

2744 Festmeter besonders hochwertiges Nadelholz aus den Wäldern der Bundesländer Niedersachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein wird auf den Lagerplätzen Oerrel und Himmelsleiter angeboten.

Vergeben werden die wertvollen Stämme gegen schriftliches Meistgebot: 1059 Festmeter Kiefer, 1052 Festmeter Lärche, 613 Festmeter Douglasie und 20 Festmeter Fichte stehen für den Verkauf bereit. „Bis 2001 wurde das Nadelholz noch in einer klassischen Versteigerung an den Meistbietenden vergeben. Da hat man sich im Gasthaus getroffen und die Stämme verkauft“, beschreibt Reiner Baumgart, Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten für den Bereich Nord-Ost-Niedersachsen, eine früher gängige Praxis. Inzwischen wechselt das wertvolle Holz nur noch gegen schriftliches Gebot seinen Besitzer. „Die Käufer sind so unabhängig von einem Versteigerungstermin und zudem muss man bedenken, dass die Holzmengen, die in die Submissionen einbezogen werden, wesentlich größer geworden sind“, erklärt Baumgart. Deutschlandweit wird nach bundeseinheitlichem Verfahren der wertvolle Rohstoff an den Händler gebracht. Im Internet können Interessenten den Katalog mit dem angebotenen Holz einsehen. Menge, Qualität, Holzart und Durchmesser sind nur einige Angaben, die die Fachleute im Netz zu jedem Stamm finden. Auch der Lagerplatz ist genau festgehalten.

Das Holz kann ab sofort besichtigt werden. In der Woche vom 30. Januar bis 3. Februar wird das Holz – soweit möglich – von den Niedersächsischen Landesforsten schneefrei gehalten.

Auf einer Gebotsliste können potenzielle Käufer dann eintragen, was sie für welches Holz ausgeben würden. Der mit dem höchsten Angebot, erhält den Zuschlag. Gebote müssen bis zum 7. Februar um 16 Uhr bei der Betriebsleitung der Niedersächsischen Landesforsten, Husarenstraße 75, 38102 Braunschweig oder im Niedersächsischen Forstamt Oerrel, Forstweg 5, 29633 Munster-Oerrel eingegangen sein.

In einen verschlossenen Umschlag gehen die Gebote der Interessenten bei den Landesforsten ein – die Datenflut wird dann per elektronischem Programm ausgewertet. Für die Käufer kann die Bekanntgabe der Submissionsergebnisse, die dann umgehend per Email erfolgt, von immenser Bedeutung sein. Immerhin decken sich die Händler in diesen Wochen mit einem Holzvorrat für das ganze Jahr ein. „Da ist schon ein gewisses Risiko bei“, erklärt Baumgart. Denn manches Mal entscheiden zehn Euro darüber, ob ein Bieter den Zuschlag bekommt, oder nicht. Baumgart: „Die Bieter kommen aus ganz Deutschland und auch dem Umland.“ Ein Großteil des Bedarfs decken die Händler über die Submissionen, den anderen über den Eizelverkauf erworben. Zu viel erbeuten die Händler übrigens selten bei den Submissionen – die Experten kennen den Markt und den Wert der Ware. Dennoch kann es vorkommen, dass Wunsch und Realität am Ende etwas auseinanderliegen: Immerhin duellieren sich die Bieter ja nicht direkt, sondern per geheimem Briefgebot. Baumgart: „Wenn am Ende zu viel Holz gekauft wurde, wird es weiter verkauft. Geht man als Verlierer aus der Submission, muss man bei der nächsten erfolgreich sein.“

Weitere Informationen gibt es unter www.landesforsten.de.

Von Wiebke Brütt

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