Dudelsack und Fußballtipp

Früh übt sich, was später mal was ganz Großes lenken will…

Uelzen - Von Barbara Kaiser. Wenn ein Landrat Schnaps verkauft (anstatt nur mit Zitronen zu handeln!) und die Flaschen auch noch signiert, muss es einen besonderen Anlass geben. Dass es den gab, hatte sich offenbar bis in den letzten Winkel herumgesprochen. Der Landkreis wurde 125 Jahre und lud zur fröhlichen Feier, die bewies, wie lebendig dieser Flecken Norddeutschland doch ist. Übrigens freute sich Theodor Elster auch, wie viele Gruppen und Organisationen sich auf der Meile rund um das Kreishaus präsentierten, über ihre Arbeit erzählen wollten und zum Mitmachen oder Zuhören einzuladen sich bereit gezeigt hatten.

Zwischen Rock, Pop und Klassik mit Instrumentalisten der Musikschule, den Dreilinger Sportjongleuren und der Märchenerzählerin im Zelt konnten die Besucher flanieren. Jan-Olaf Albrecht vom Flugsportverein „Cumulus“ suchte seine Segelflieger im Gedränge und DFB-Trainer Horst Hrubesch hat wahrscheinlich nicht gezählt, wie oft er nach einem Tipp zur Fußball-WM gefragt wurde. „Das ist eine junge Mannschaft mit Biss“, war er sich sicher, die eine gute Chance auf den Titel hat. Na, schau mer mal…

Der Radarwagen des Kreises versprach, an diesem samstäglichen Feiertag nur auf dem Parkplatz zu blitzen, die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk waren in beeindruckender Stärke und modernster Technik vor Ort. Das DRK bat die Gäste zum Aktionsparcours aus Holzwürfeln und Wippe. Über die trauten sich die Stelzenläufer dann doch nicht, waren aber für einen Schabernack immer zu haben. Dass sie ganz kleine Kinder ob ihrer Größe zu Angsttränen veranlassen, müssen sie hinnehmen.

Im Kreishaus bliesen Dudelsackpfeifer ihre unwiderstehliche Musik und warben für das Konzert am Abend in Hösseringen. Auf den Gängen menschenvolle Enge. Zu kaufen gab es die Kreischronik anlässlich des Geburtstages, die zu schreiben „ganz großen Spaß gemacht hat“, so Dr. Sigrid Vierck, eine der Autoren, am Rande.

Der Landkreis, das zeigte sich am Sonnabend eindrucksvoll, will ein bürgernaher sein. Dass es im Alltag nicht um Clownerie mit Luftballons, sinfonische Blasmusik oder Gospelmusik „Just4fun“ – nur zum Spaß – geht, ist allen klar. Aber so eine Feier verbindet ja. Und vielleicht ist auch mehr und gründlicher geredet worden, als der flüchtige Flaneur am Rande hier notieren kann. Das wäre schönstes Ergebnis.

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