Kriminalpolizei durchsucht Grundstück eines Landwirts, der immer wieder mit Diebstählen in Verbindung gebracht wird

Dubiose Verkaufsgeschäfte auf dem Bauernhof

+
Mit einem solchen Unimog-Truck wurde ein Geldautomat in Celle aus der Verankerung gerissen. Das Fahrzeug soll bei dem Angeklagten auf dem Bauernhof gesehen worden sein.

Uelzen. Polizeiwagen fahren im vergangenen Januar früh morgens auf dem Grundstück von R. vor. Der Landwirt aus Eschede ist bereits öfter mit dem Gesetz in Konflikt geraten, ist unter anderem wegen Betrugs und Hehlerei vorbestraft.

Mit einem Unimog-Truck wurde ein Geldautomat in Celle aus der Verankerung gerissen und gestohlen. Und besagter Truck wurde angeblich auf dem Bauernhof des 46-Jährigen gesehen – Grund genug für die Kriminalpolizei, sich genauer auf dem Grundstück von R. umzuschauen.

Von dem Truck fehlt bei der Durchsuchung aber jede Spur. „Herr R. sagte uns, der Truck sei verkauft worden, er wisse aber nicht, wohin“, sagt jetzt ein Kriminaloberkommissar vor dem Amtsgericht Uelzen aus. Dort wird die Angelegenheit gerichtlich aufgearbeitet. „Das war schon ein bisschen unglaubwürdig“, so der Zeuge.

Das sei in der Landwirtschaft aber durchaus üblich, erzählt ein Bauer, der mit R. befreundet ist: „Polen oder Letten kommen öfter mal einfach vorbei und fragen rum, ob man Anhänger oder Maschinen zu verkaufen hat.“ Auf diese Weise hätten er und der Angeklagte gleich vier Anhänger verkauft. „R. hat einen Termin vereinbart, und dann haben wir die Anhänger auf einen Lkw verladen“, behauptet der Zeuge. Wohin sie gebracht wurden, wisse er nicht, und von den mysteriösen Käufern aus dem Ausland habe man weder Namen noch Telefonnummern.

Doch ein anderer Anhänger auf R.s Gelände erregt während der Durchsuchung die Aufmerksamkeit der Polizeibeamten, denn er ähnelt einem Hänger, der kurz zuvor in Suderburg gestohlen wurde. Der befreundete Bauer erklärt: „Der Hänger war auf dem Lkw, als wir unsere vier verkaufen wollten.“ Der Käufer aus Litauen habe den Anhänger auf R.s Grundstück „geparkt“, um die anderen einladen zu können.

Dem Kriminaloberkommissar wiederum hat R. erzählt, er habe den Hänger von einem vorbeifahrenden Schrotthändler gekauft. „Ich habe ihm das nicht geglaubt und die Art und Weise des Verkaufsgeschäfts hinterfragt“, sagt er. Es sei schon merkwürdig, von einem vorbeifahrenden Schrotthändler einen Anhänger zu kaufen, ohne irgendwelche Informationen über den Hänger oder den Verkäufer zu haben. „Er hat das damit begründet, dass seine berufliche Situation prekär ist und er deshalb regelmäßig Geräte und Anhänger verkauft.“

Ob eine der beiden Versionen stimmt oder es sich um den gestohlenen Anhänger aus Suderburg gehandelt hat, konnte nicht nachgewiesen werden. Das ist der Grund, warum R. – wie im Fall des gestohlenen Geldautomaten – freigesprochen wird.

Für den Beschuldigten hat sich die Sache damit allerdings nicht erledigt: „Mein Mandant hat gegen die Polizeibeamten Strafanzeige gestellt“, erklärt sein Verteidiger. Die hätten unbeteiligten Bürgern, die während der Durchsuchung auf R.s Grundstück waren, von dem Geldautomatendiebstahl erzählt und dass R. in Verdacht steht, etwas mit der Sache zu tun zu haben. „Er hatte den Eindruck, dass Zeugen und Polizeibeamte gut miteinander bekannt waren.“

Von Sandra Hackenberg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare