IG BAU warnt, dass Tarifvertrag ab Januar nicht mehr gilt / Innung spricht von „Panikmache“

Droht Reinigungskräften Mindestlohn?

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220 Reinigungskräften im Landkreis Uelzen droht laut der IG BAU ab Januar der gesetzliche Mindestlohn.

Uelzen/Landkreis. 220 Reinigungskräften im Landkreis Uelzen droht im neuen Jahr ein Rückfall auf den gesetzlichen Mindestlohn. Das zumindest behauptet der Bezirksverband Nord-Ost-Niedersachsen der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).

Statt 10,30 Euro würden bei Gebäudereinigern dann nur noch 8,84 Euro pro Stunde auf dem Lohnzettel stehen. Das bedeute, dass einer Vollzeitkraft dann rund 250 Euro im Monat verlorengingen.

Der Grund dafür sei, dass es auch fast drei Monate nach der Bundestagswahl noch keine neue Regierung gibt. Zwar hat die IG BAU neue Tariflöhne ausgehandelt, doch gebe es derzeit niemanden im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, der sie mit seiner Unterschrift für allgemeinverbindlich erkläre. Das ausgehandelte Januar-Lohn-Plus gelte demnach nicht automatisch in allen Betrieben. Nur Gewerkschaftsmitglieder könnten darauf einen Anspruch erheben.

„Der politische Stillstand trifft die Ärmsten der Armen“, kritisiert Kai Schwabe, stellvertretender Regionalleiter des IG BAU-Bezirksverbandes. Er befürchtet kurzfristige Änderungskündigungen. „Wir wünschen uns, dass unsere Kollegen, die jeden Tag im Akkord arbeiten, das bekommen, was ihnen zusteht.“

Dem widerspricht der Bundesinnungsverband der Gebäudereiniger. „Kein Mensch in der Gebäudereinigung bekommt ab Januar Mindestlohn“, sagt Geschäftsführer Johannes Bungart. „Spätestens im Februar werden die neuen Tarifverträge verbindlich. Bis dahin gibt es Kündigungsfristen.“ Die Warnung der IG BAU sei „reine Mitgliederwerbung und Panikmache“.

Von Sandra Hackenberg

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