Aus dem Gericht: Sachverhalt sorgt für Verwirrung

Ecstasy im Geldbeutel: Drogenfund bei Uelzener Wohnungsparty

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Ecstasy wurde bei dem 19-Jährigen gefunden.

sh Uelzen – Es beginnt mit einer Ruhestörung in einer Uelzener Wohnung. Dann geht den Polizeibeamten ein 19 Jahre alter Drogenkonsument ins Netz.

W. räumt den Vorwurf jetzt vor dem Amtsgericht Uelzen ein: „So, wie das vorgelesen wurde, ist alles richtig.“ Die Polizeibeamten haben im Geldbeutel des Heranwachsenden eine halbe Ecstasy-Tablette gefunden. Außerdem gibt W. unumwunden zu, am Tag vorher auf der Straße fünf Gramm Marihuana gekauft zu haben.

So einfach, wie sich der Sachverhalt darstellt, ist er aber doch nicht: Es gibt Verwirrung über den Tatzeitpunkt. „Das Datum stimmt nicht“, behauptet der Beschuldigte. Laut Anklageschrift liegt zwischen dem Marihuana-Kauf und dem Ecstasy-Fund ein ganzer Monat.

Das könne laut W. nicht sein. Ein Blick in den von der Polizei gefertigten Bericht bringt Licht ins Dunkel: Dort steht tatsächlich noch ein anderes Datum als nun in der Anklageschrift. „Hier wird ein Lebenssachverhalt an einem bestimmten Tag angeklagt“, schildert die Staatsanwältin. „Wenn sich die Tat nicht an besagtem Tag ereignet hat, finde ich das schwierig.“

In diesem Fall handelt es sich aber offenbar „nur“ um einen Zahlendreher. Mit Zustimmung der Staatsanwältin wird das Verfahren gegen W. unter Auflage von 15 Arbeitsstunden vorläufig eingestellt.

„Sehen Sie zu, dass Sie sich davon fernhalten“, gibt Richterin Claudia Hagemann W. mit Blick auf seinen Drogenkonsum mit auf seinen weiteren Lebensweg.

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