„Wir laufen auf die Kante zu“

DRK alarmiert: Niedrige Blutreserven, deutlicher Rückgang an Blutspendern

Eine BLutspenderin lässt sich von einer DRK-Mitarbeiterin Blut abnehmen
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Dieses Bild würde das DRK auch im Landkreis Uelzen gerne wieder häufiger sehen: Eine Spenderin lässt sich von einer Mitarbeiterin des DRK Blut abnehmen.

Das DRK Niedersachsen schlägt in der Septemberausgabe seiner Mitgliederzeitung Alarm: In Deutschland werden die Blutreserven knapp. So habe sich der Bestand an Blutkonserven wegen der Corona-Pandemie und der Urlaubszeit stark verringert.

„Wir laufen auf die Kante zu“, macht Markus Baulke, Pressesprecher des DRK-Blutspendediensts NSTOB, deutlich. Nach seinen Angaben ist die Blutspendebereitschaft auch im Landkreis Uelzen „spürbar“ zurückgegangen. Die Lage spitzt sich zu – und das leider nicht zum ersten Mal. „Im Juni und Juli war es ganz schlimm“, sagt Markus Baulke über die Blutspendensituation in Deutschland. Damals seien viele Bürger nach dem langen Lockdown in den Urlaub gereist – das DRK suchte in Folge dessen händeringend nach Freiwilligen. Im August habe sich die Lage nach Angaben des Pressesprechers kurz erholt, Anfang September sei jedoch wieder ein Rückgang zu beobachten gewesen, der sich in den letzten zehn Tagen deutlich verstärkt habe.

Die Lagerbestände an Blutkonserven sind niedrig, dabei ist das Spenderblut zum Teil nur vier Tage lang haltbar. „Ein Tagesvorrat von vier bis fünf Tagen wäre sicher“, sagt der Pressesprecher, momentan stehe jedoch nur ein Vorrat von zwei Tagen zur Verfügung. Sollten sich die Reserven noch weiter verringern, könnten seltenere Blutgruppen nicht mehr angeboten werden.

Das DRK hat im September fünf Blutspenden im Landkreis Uelzen abgehalten. Anhand von Erfahrungswerten habe man mit mindestens 465 Spendern gerechnet, letztendlich seien es aber lediglich 399 gewesen, sagt Markus Baulke. Der Rückgang mache prozentual gesehen einen deutlichen Unterschied. Um die negative Entwicklung aufzuhalten, will das DRK seine Werbeaktivitäten jetzt deutlich hochfahren.

Doch wie genau wirkt sich die Situation auf Patienten im Landkreis Uelzen aus? Sonja Mengering, Pressereferentin des Uelzener Helios Klinikums teilt auf Anfrage mit: „Unsere Reserven sind stabil“ und bezieht sich damit auf den krankenhauseigenen Vorrat an Blutkonserven. Bislang sei es noch nie zu einem Versorgungsproblem gekommen. Ihnen Angaben zufolge setzt das Helios Klinikum auf „Patient blood management“: Durch die frühe Diagnose und Therapie einer vorhandenen Blutarmut bei planbaren Operationen, die Minimierung des Blutverlustes und den rationalen Einsatz von Blutkonserven könne der Bedarf an Fremdblut auf ein notwendiges Maß reduziert werden

Letztendlich ist aber auch das Uelzener Helios-Klinikum von der Entwicklung betroffen, da es täglich vom DRK beliefert wird. „Bei Engpässen können wir über das Notfalldepot beim DRK-Blutspendedienst Springe in kritischen Fällen kurzfristig zusätzliche Konserven anfordern und so die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten sicherstellen.“, so Mengering. Wenn die Anzahl der Blutspenden also weiter auf dem niedrigen Niveau stagniert oder sich sogar verschlechtert, dann könnte es auch im Landkreis Uelzen eng werden.

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