Höhere Kosten: Politik hat Rotstift beim ÖPNV angesetzt

Drittel weniger Fahrten

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Vorrang hat beim Busliniennetz weiterhin der Schülerverkehr, andere Verbindungen wurden teilweise gestrichen.

nre Uelzen/Landkreis. Die Bewohner des Landkreises Uelzen haben sich ab 2016 auf ein deutlich gemindertes Fahrangebot beim Öffentlichen Personennahverkehr einzurichten.

Der Wirtschaftsförderungsausschuss hat am Mittwochnachmittag bei einer Enthaltung einem überarbeiteten Busliniennetz zugestimmt, in dem im Vergleich zu dem bestehenden Liniennetz rund 35 Prozent weniger Fahrten angeboten werden.

Die Fahrkilometer pro Jahr sollen dabei von jetzt rund 2,5 Millionen Kilometer auf rund 1,5 Millionen Kilometer gedrückt werden. Allerdings seien als Ergänzung rund 200 000 Fahrkilometer als sogenannter Bedarfsverkehr vorgesehen, der über Anrufsammeltaxis oder Rufbusse erfolgen soll, erläuterte Dietmar Opalka, Geschäftsführer der Verkehrgesellschaft Nord-Ost-Niedersachsen (VNO).

Der VNO kam nach Aufforderung der Kreispolitik die Aufgabe zu, für die Ausschreibung des Busnetzes 2016 einen Fahrplan zu konzipieren, der das derzeit bestehende finanzielle Niveau nicht sprengt – wie viel der Landkreis Uelzen momentan für den Busverkehr zahlt, wollte die Kreisverwaltung mit Hinweis auf die anstehende Ausschreibung des Busnetzes nicht sagen. Das könnte Einfluss auf die Abgabe von Angeboten haben, sagte Kreissprecher Martin Theine auf AZ-Anfrage.

Ohne die Streichungen oder bei Umsetzung des einst für 2013 geplanten Busliniennetzes müsste der Landkreis, so steht fest, deutlich mehr für den ÖPNV berappen. Mit dem niedersächsischen Tariftreuegesetz stehen den Busfahrern höhere Löhne zu. Allein diese tarifliche Anpassung ohne Veränderungen beim Liniennetz hätte Mehrkosten von bis zu 500 000 Euro zur Folge, hieß es bei der Ausschusssitzung.

Wie die Mitglieder des Ausschusses Entscheidung für die Streichungen im ÖPNV begründeten und ob es auch Widerstand gegen das Votum gab, das lesen Sie in der Freitagsausgabe der AZ.

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