Info-Abende zu Überschwemmungsgebiet geplant / Baugeschehen wird geregelt

Drei Bürgerforen

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Hochwasser 1941 in Uelzen: Der Hammersteinplatz stand unter Wasser wie auch die gesamte Gudesstraße. Anhand der Jahrhundertflut und seinen Auswirkungen lässt sich das Risikoareal für ein Hochwasser in der Uhlenköperstadt ermessen.

Uelzen/Landkreis. Nachdem die Karten zu dem vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz vorläufig festgesetzten Überschwemmungsgebiet für die Ilmenau veröffentlicht wurden, arbeitet die Untere Wasserbehörde des Landkreises an einer Verordnung.

Gesetzliche Festlegungen zum Bestandsschutz von Gebäuden sowie zu Neubauten im Überschwemmungsgebiet sollen getroffen werden. Wie Uwe Holst, zuständig für die Wasserwirtschaft beim Kreis, während der Umweltausschuss-Sitzung am Dienstagnachmittag sagte, werde nach den Sommerferien das Regelwerk in drei Bürgerforen in Uelzen, Bad Bevensen und Bienenbüttel vorgestellt.

„Im Anschluss wird das Verwaltungsverfahren zur Genehmigung der Verordnung eröffnet“, erläuterte Holst gegenüber der AZ. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens würden Karten und Regelwerk ausgelegt und für Einwohner bestehe die Möglichkeit, Stellungnahmen zu den Inhalten abzugeben. Auch Behörden und Kommunen würden am Genehmigungsverfahren beteiligt.

Welche Festlegungen der Verordnungsentwurf gegenwärtig enthält und welche gesetzlichen Vorschriften für das Überschwemmungsgebiet gelten, dazu erhielten Einwohner, die an der kreislichen Sitzung am Dienstag teilnahmen, einen Überblick. Holst stellte das Regelwerk und Gesetze im Umweltausschuss vor. Demnach ist ein Bestandsschutz für Gebäude und Anlagen vorgesehen, sofern diese nicht illegal errichtet wurden. Neubauten sind generell nicht zulässig. Allerdings sind laut einer Ausnahmeregelung dann Ersatzbauten zulässig, wenn frühere Gebäude durch unvorhersehbare Katastrophen zerstört wurden und in gleicher Weise wieder errichtet werden. „Die alsbaldige hochwasserangepasste Neuerrichtung eines zulässigerweise errichteten, durch Brand, Naturereignisse oder andere außergewöhnliche Ereignisse zerstörten, gleichartigen Gebäudes an gleicher Stelle“ ist möglich, heißt es in der Verordnung zum Überschwemmungsgebiet.

Nicht in der Ausnahmeregelung vorgesehen sind Ersatzbauten, die infolge des Alters von bisherigen Gebäuden geplant werden. „Soweit werden wir nicht gehen“, sagte Frank Peters, Baudezernent des Landkreises, auf Nachfrage von Anwohnern der Uelzener Albertstraße, die im Überschwemmungsgebiet liegt. Gerade dort gebe es Häuser, bei denen sich Sanierungen nicht mehr lohnten, meinten Anlieger. Sofern diese dann wie auch nach einem Brand in gleicher Weise gebaut würden, könne doch nichts dagegen sprechen, wurde argumentiert. Wenn es solche Fälle gebe, erklärte Uwe Holst, werde die Untere Wasserbehörde dann eine Einzelfallentscheidung treffen. Von Bedeutung sei dabei, dass Häuser das Hochwasser nicht befördern und so gebaut werden, dass Gebäudeschäden durch steigende Pegel der Ilmenau nicht zu erwarten seien, so Uwe Holst.

Texte zum Hochwasserschutz und die Überschwemmungskarten sind im Internet unter wwww.uelzen.de und dann unter den Punkten Bürger und Gesundheit&Umwelt abzurufen.

Von Norman Reuter

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