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Dreckiger Gehweg: Uelzener sehen rote Karte

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Von: Norman Reuter

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Es ist ein System, das aus dem Sport bekannt ist: Jetzt sollen auch säumige Uelzener, die ihren Räum- und Reinigungspflichten nicht nachkommen, eine gelbe und rote Karte erhalten.
Es ist ein System, das aus dem Sport bekannt ist: Jetzt sollen auch säumige Uelzener, die ihren Räum- und Reinigungspflichten nicht nachkommen, eine gelbe und rote Karte erhalten. © Stadt Uelzen

In der Hansestadt wird testweise ein System eingeführt, bei dem säumige Bürger, die ihrer Räum- und Reinigungspflicht nicht nachkommen, zunächst eine gelbe und dann eine rote Karte erhalten. Das Stadtbild soll so aufgewertet werden.

Uelzen – Uelzener, die die Gehwege vor ihrer Tür nicht reinigen oder ihre Grundstücke nicht ordentlich halten, sehen künftig die gelbe und, sollte sich nichts ändern, die rote Karte: Mit dieser „besonderen Ansprache“, wie es die Stadtverwaltung formuliert, sollen Bürger auf ihre Räum- und Reinigungspflichten aufmerksam gemacht werden. Sollte das bei betroffenen Haushalten nicht fruchten, werde als „letzter Schritt ein Verwarngeldverfahren“ eingeleitet, so Bürgermeister Jürgen Markwardt gestern.

Vom System der Karten, das aus dem Sport bekannt ist und im Klosterflecken Ebstorf bereits benutzt wird, verspricht sich die Politik einen Beitrag, um Uelzens Stadtbild weiter aufzuwerten. Der Verwaltungsausschuss hat sich am Montagabend entschieden, es testweise einzuführen. Der Antrag dazu stammt von der CDU-Fraktion im Rat.

Die Sauberkeit im Stadtbild beschäftigt die Uelzener Politik und Verwaltung seit Jahren. Bei eigens eingerichteten Rundgängen haben Uelzener Problemstellen benennen können. Dabei habe sich gezeigt, verdreckte Wege und Plätze würden nicht immer in den Aufgabenbereich der Stadt fallen, so Jürgen Markwardt. Mit den Karten sollen nun die Privatleute daran erinnert werden, dass sie tätig werden müssen.

Das System wird für die Kernstadt wie für alle Ortsteile eingeführt. Mitarbeiter der Betrieblichen Dienste übernehmen die Aufgabe, das Stadtgebiet abzufahren und gegebenenfalls dann die Karten zu verteilen. Sie landen in den Briefkästen. Darauf notiert sind die festgestellten Mängel sowie eine Frist, diese zu beseitigen.

Dass Bürger womöglich auch der Stadt gelbe und rote Karten zusprechen könnten, diese Befürchtung hat Jürgen Markwardt nicht. Aber er sagt auch: Es gebe mehrere Pflegedurchgänge pro Jahr für die Grünflächen. In der Vegetationshochzeit sei es eine große Aufgabe, überhaupt hinterherzukommen. Über das Portal „Sag‘s uns einfach“ könnten Hinweise gegeben werden, wo Handlungsbedarf bestehe. Diesen gehe die Stadt zeitnah nach. Hinweise können auch für das leidige Thema illegales Müllabladen an Container-Plätzen gegeben werden. Markwardt: „Wenn jemand etwas sieht, dann gerne melden.“ Dank solcher Meldungen sei es möglich gewesen, gegen Personen, die Müll illegal abstellten, Busgeldverfahren einzuleiten (AZ berichtete).

Erweist sich die Testphase des angedachten Kartensystems – sie soll bis Ende 2023 laufen – als erfolgreich, so ist angedacht, es dauerhaft zu etablieren. Welche Räum- und Reinigungspflichten für Anwohner in der Stadt bestehen, kann unter www.hansestadt-uelzen.de/anliegerpflichten nachgelesen werden.

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