Der Dreck der anderen

Diesen beiden jungen Müllsammlern entgingen auch „Verstecke“ nicht: Sie suchten unter dem Brunnen am Schnellenmarkt. Foto: Wendlandt

Uelzen. „Das sind die Hinterlassenschaften verantwortungsloser Menschen“, sagt Ernst-Rainer Koch, Vorsitzender der Seniorengruppe Kirchweyhe. Er und 15 Mitstreiter trugen am Sonnabend beim 11. Uelzener Müllsammeltag allein 14 Säcke Unrat in der Kirchweyher Ortsmitte bis zum Ziegeleiweg und rund um die „Blaue Lagune“ zusammen. „Überwiegend Verpackungen eines Fast-Food-Restaurants“, ärgert Koch sich.

Der Problemmüll des Tages auf dem Riesenhaufen vor dem Uelzener Rathaus bestand allerdings aus den vielen alten Reifen, weil die Mitarbeiter des Kreis-Abfallwirtschaftsbetriebes diese nicht einfach auf die bereitgestellten Müllwagen verladen konnten. „Die müssen gesondert zur Deponie transportiert werden“, berichten die Fachleute, während sie auf dem herzogenplatz geduldig weiteres Sperrgut aussortieren.

Gesammelt wurden Fahrräder, Autositze, Korbstühle, Kinderwagen, Computerbildschirme, eine Stehlampe und viele andere Dinge, die von ihren ehemaligen Besitzern hinter Büschen, in Gewässer oder in Parkanlagen deponiert wurden. Dabei hätte ein Blick in den Abfallratgeber des Landkreises genügt, um zu erfahren, wie komfortabel die Entsorgung verschiedener Abfälle ist.

„Einen ganzen Aschenbecher voller Zigarettenkippen“, entrüstet sich die sechsjährige Paula Meyer, „nur zwei Schritte neben einem Abfalleimer.“ Nach dieser Erfahrung ist ihre Mutter sich sicher, dass Paula ihren Müll auch später als Erwachsene niemals einfach in der Öffentlichkeit hinterlassen werde. „Das ist unser Ansatz“, bestätigt Organisator Bernhard Winkelmann von der Uelzener Stadtverwaltung, während er Papierzangen unter den Freiwilligen verteilt. „Wenn die Kinder in jungen Jahren mit dem Kindergarten oder der Grundschule losgehen, sind sie sensibilisiert für den Missstand.“

Damit der Müllsammeltag nachhaltige Wirkung erzeugt, hatte sich das Citymanagement dafür eingesetzt, alle Abfallkörbe in der Innenstadt mit lustigen Aufklebern zu gestalten (AZ berichtete).

Von Angelika Jansen

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