Uelzener Kita-Träger blicken zwiegespalten auf Kontrollpflicht

Diskussion um Masern-Impfung

Der Nachweis für eine Masern-Impfung ist ab dem 1. März für Kinder und Mitarbeiter in Kitas verpflichtend. In Uelzen wird dies zwiegespalten aufgenommen. SymbolFoto: dpa
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Der Nachweis für eine Masern-Impfung ist ab dem 1. März für Kinder und Mitarbeiter in Kitas verpflichtend. In Uelzen wird dies zwiegespalten aufgenommen. SymbolFoto: dpa

Uelzen/Landkreis – „Schul- und Kindergartenkinder sollen wirksam vor Masern geschützt werden. “ Damit wird auf der Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit das Masernschutzgesetz begründet, das am 1. März in Kraft tritt.

Ab dann muss für Kinder in Kitas und Schulen ein Nachweis der Masern-Impfung erbracht werden (siehe Infokasten).

In Uelzen blicken die Träger der Kitas zwiegespalten auf die Einführung dieser Impfpflicht. „Das ist ein Thema, das gerade die Leitungen sehr beschäftigt“, sagt etwa Dorothee Drewes, Verantwortliche für die Verwaltung der Kitazentren im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Uelzen. Rund 900 Kinder würden in acht Kitas im gesamten Landkreis betreut – Masernfälle seien Drewes in den letzten Jahren aber nicht bekannt.

Kontrollieren müssten die Kita-Leitungen den Impfnachweis aber trotzdem, ansonsten drohen laut Drewes empfindliche Bußgelder. „Ich kann das schon nachvollziehen“, sagt Drewes. Jedoch sei es häufig schwierig, die relevanten Daten aus einem Impfpass zu ziehen, zumal die Leitungen hierfür nicht ausgebildet seien.

Kritisch sieht Drewes außerdem die verschiedenen Zeitpunkte, wann der Impfnachweis erbracht werden muss. Während neu in der Kita angemeldete Kinder zum 1. März die Impfung nachweisen müssen, haben bereits angemeldete Kinder und Angestellte bis zum 31. Juli 2021 Zeit. Dies sei „nicht nachvollziehbar“, so Drewes.

Von einem „Entgegenkommen des Gesetzgebers, der diese Fristen im Gesetz so geregelt hat“, spricht hingegen Meike Karolat vom DRK.

Generell blickt man hier optimistischer auf die Impfpflicht. „Es ist gut, dass es gesetzlich geregelt wird und somit Klarheit für alle besteht“, sagt Karolat im AZ-Gespräch. Denn bei rund 1600 im Landkreis in DRK-Kitas betreuten Kindern kämen Fälle von Masern immer mal wieder vor. Eine Impfpflicht begrüße man daher. Karolat verspricht: „Wer diesen Impfschutz nicht nachweisen kann oder will, der darf nicht in den Kindergarten.“

VON DANIEL BIELING

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