Dioxin im Futtermittel

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Drei Schweinemastbetriebe im Landkreis Uelzen haben ihr Futter von der Firma Harles & Jentzsch bezogen.

Uelzen/Landkreis. - Von Jörn Nolting Drei landwirtschaftliche Betriebe im Landkreis Uelzen haben ihr Futter von der Futtermittelfirma Harles & Jentzsch aus Uetersen bezogen. Das Unternehmen soll für Futter auch Mischfettsäure verwendet haben, die nur für technische Zwecke bestimmt war und die zulässige Höchstmenge von Dioxin überschreitet. Harles & Jentzsch kaufte nach eigenen Angaben jahrelang Reste aus der Biodiesel-Herstellung sowie der Nahrungsmittelindustrie auf und verarbeitete sie für Viehfutter.

Ihr Schicksal teilen die drei Uelzener Schweinemast-Betriebe mit mehr als 1000 Höfe in mehreren Bundesländern. DIe Folge für die tierhaltenden Betriebe: Sie sind wegen des Skandals gesperrt und dürfen keine Tiere verkaufen. Betroffen sind auch vier Betriebe im Landkreis Lüchow-Dannenberg und drei Betriebe im Kreis Lüneburg.

Politiker versicherten, dass keine Gefahr für die Gesundheit der Verbraucher bestehe - auch wenn belastete Eier in den Handel kamen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung gab ebenfalls vorläufig Entwarnung. „Von den Informationen, die wir haben, kann man davon ausgehen, dass eine akute Gefährdung des Verbrauchers beim Verzehr von Eiern nicht besteht“, sagte der Leiter für Futtermittel bei der Bundesbehörde, Helmut Schafft. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) warnte vor Panikreaktionen, riet aber, Kinder sollten derzeit sicherheitshalber nicht täglich Eiergerichte essen. Der Deutsche Bauernverband hält aber einen Millionenschaden wegen der gesperrten Höfe für möglich. „Die Untersuchungen dauern rund drei Wochen“, sagt Kreislandwirt und Bauernverbands-Vorsitzende Thorsten Riggert. Die Landwirte sitzen am Ende der Kette, so Riggert. Sie müssen nun vom Futtermittelhersteller Schdenersatz einfordern.

Die betroffenen Landwirte müssen während des Zeitraums der Untersuchungen weiterhin ihre Tiere füttern. Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass sie ihre Tiere entsorgen müssen – und das ist am Ende dann nicht nur ein wirtschaftlicher Schaden.

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat zu Frage eine Bürgerhotline unter (04 41) 57 02 63 33 eingerichtet.

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