Amtsgericht Uelzen verurteilt 62-Jährigen für Taten in Sportanlagen zu Haftstrafe

Diebestour in Umkleiden

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Uelzen. Diebstähle in Umkleidekabinen, während die Sportler draußen auf dem Platz Fußball spielen: Langfinger haben im vergangenen Herbst häufig ausgerechnet am Wochenende an Sportplätzen zugeschlagen.

In diesen Fällen ermittelt die Polizei noch, berichtet Pressesprecher Kai Richter. Ein 62-jähriger Mann, der in Uelzen bereits polizeibekannt ist, musste sich nun wegen ähnlicher Taten im Landkreis Uelzen und im Raum Hannover vor dem Amtsgericht Uelzen verantworten.

Der Angeklagte soll mehrmals Umkleidekabinen durchwühlt sowie Autoschlüssel und Wertsachen gestohlen haben. Dafür verurteilte ihn das Uelzener Schöffengericht zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft steht ihm noch ein weiteres Verfahren bevor: Etwa 18 neue Akten seien wenige Tage vor der Verhandlung bei der Staatsanwaltschaft Lüneburg eingetroffen, aus denen hervorgehe, dass der 62-Jährige noch zahlreiche Male in Hannoverschen Sporthallen Dinge entwendet habe. Gegenstände der Bestohlenen seien im Fahrzeug sichergestellt worden, das der 62-Jährige zum Zeitpunkt der Festnahme gefahren habe.

Der Angeklagte gestand, dass er im September vergangenen Jahres im Sommerbad Wieren aus einer Umkleidekabine den fremden Schlüssel eines Autos an sich genommen habe. Aus dem Fahrzeug vor dem Bad habe er dann Bankkarten, eine Tankkarte, Bargeld und ein Handy gestohlen.

Den Diebstahl eines Autoschlüssels, einer EC-Karte und 1700 Euro Bargeld am 16. August 2013 aus der Sauna eines Bad Bevensener Hotels, den ihm die Staatsanwaltschaft ebenfalls vorwarf, habe er jedoch nicht begangen, sagte er. Er habe das Auto des Bestohlenen in einem Wald gefunden und daraufhin selbst benutzt. Da laut Gericht niemand das Gegenteil hätte bezeugen können, kam somit kein Diebstahl in Betracht. Die Anklage wurde verändert in Unterschlagung von Fundsachen. Zudem sei er ohne Fahrerlaubnis gefahren.

Auf dem Autobahn-Rasthof Rhynern soll der 62-Jährige am darauffolgenden Tag die EC-Karte eines Mannes gestohlen und anschließend vergeblich versucht haben, damit an einem Bankautomaten 2000 Euro abzuheben. Ein weiterer Tatort war laut Anklage eine Leichtathletikhalle in Hannover. Die dort gestohlenen Wertsachen seien nach der Festnahme den Opfern ausgehändigt worden.

Als sich die Diebstähle in Vereinsheimen im Kreis Uelzen Ende Oktober häuften, befand sich der 62-Jährige, der zum ersten Mal 1967 verurteilt und seitdem immer wieder inhaftiert wurde, bereits in Untersuchungshaft.

Von Diane Baatani

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