Didier Drogba und ruhige Fans sorgen für Entspannung bei Bahnhof und Polizei

„Die Leute waren vernünftig“

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Vom Dach des Containers am Eingang hatte die Polizei beste Aussichten.

Uelzen. Ein kurzer Jubel brandet am Uelzener Bahnhof um kurz nach 23 Uhr auf. Elfmeterschießen im Uefa-Champions-League-Finale. Doch mit dem letzten entscheidenden Elfmeter von Chelseas Didier Drogba kehrt schnell Ruhe ein. Die Bayern verlieren.

Die Besucher des Herbert-Grönemeyer-Konzerts warten weiter auf ihre Sonderzüge in Richtung Hamburg und Hannover. Die Stimmung ist gelassen, trotz des verpassten Champions-League-Finals. Doch eben dieses Finale sorgte vermutlich dafür, dass die meisten Gäste aus Uelzen und Umgebung zügig das Albrecht-Thear-Gelände verlassen haben, um zumindest noch das Ende des Spiels zu gucken. In den Kneipen der Stadt jedenfalls herrschte ein normaler Samstagabend-Betrieb.

Von einem reibungslosen Ablauf spricht deshalb auch Dirk Potratz von der Uelzener Polizei. Er hat die Bewegung der rund 15 000 Besucher vom Dach des Polizei-Containers am Eingang des Geländes beobachtet: „Alle Städte, die ein Fußballstadion haben, erleben sowas jedes Wochenende.“ Die ersten verschwanden schon während der ersten Zugabe von Grönemeyer gegen 22.30 Uhr. „Alle in Richtung Bahnhof“, sagt Potratz. Wer dort allerdings ein Taxi suchte, war aufgeschmissen. „Die Taxis waren alle in Beschlag“, lautet die Aussage aus der Zentrale von Taxi-Ruf Erlebach.

Gemächlich, aber stetig ging es auf Bohldamm und B 71, Veerßer Straße zu. Autos aus dem Kreis, aber auch aus Braunschweig, Hamburg, Hannover, Soltau, Rostock, Ludwigslust, Solingen und sogar Ulm zuckeln im Stop-and-Go aus der Stadt.

Beim DRK Harburg, das die medizinische Versorgung übernommen hatte, war während des gesamten Konzertes entspannte Stimmung. Am Ende des Konzertes zählte Kreisbereitschaftsleiter Jan Bauer 22 Einsätze seiner Mitarbeiter. Die überwiegende Zahl davon waren Kreislaufprobleme. Die waren in den meisten Fällen schnell kuriert: Nach Ausruhen, Beine hochlegen und Wasser trinken wurden die meisten Patienten entlassen. Nur zwei mussten mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der Grund war meistens, dass zu wenig Wasser getrunken wurde. Hinzu kamen wenige Fälle von Schnitten oder Schürfwunden, zum Beispiel wegen Scherben, die verarztet werden mussten. „Im Vergleich mit anderen Veranstaltungen, zum Beispiel den Ärzten, ist das hier sehr, sehr entspannt“, meint Bauer, „vielleicht liegt es am Alter, aber die Leute waren sehr vernünftig.“ So ging es auch locker beim DRK zu: Wenn nicht grad jemand verarztet werden musste – also die meiste Zeit – sangen die Mitarbeiter mit und fühlten sich sichtlich wohl.

Dieter Klingforth, Leiter der Polizeikräfte vor Ort, spricht ebenfalls von einer entspannten Veranstaltung. Er lobt die hervorragende Zusammenarbeit von DRK, Veranstaltung, Feuerwehr und Polizei. Härteste Bewährungsproben waren die Regelung des Verkehrs – und Fundsachen.

Von Kai Hasse und Jörn Nolting

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