„Die große Runde steht noch aus

Von Ines BräutigamBad Bevensen. Das Gutachten über die Entwicklung der Schulstruktur im Landkreis Uelzen und damit auch in der Samtgemeinde Bevensen hat in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses für einigen Wirbel gesorgt. Oder zumindest das, was man aus den Ergebnissen dieses 238 Seiten starken Druckwerks ableiten könnte. So empfiehlt das Gutachten wegen der rückläufigen Schülerzahlen neben der Schließung des – dringend sanierungsbedürftigen – Grundschulstandortes Altenmedingen die Reduzierung des Grundschulstandortes Himbergen auf einen Teilstandort. Allein der Waldschule in Bad Bevensen werden langfristige Zukunftschancen eingeräumt.

"Es ist sehr faszinierend", bewertete Jürgen Hinrichs, Vorsitzender der Samtgemeinderatsgruppe von SPD, WBB und Grünen, das Gutachten und kündigte an, dass man sich intensiv damit befassen werde. Er gab zu bedenken, dass man bei allen Überlegungen die Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und pädagogischer Arbeit wahren müsse. So geht die Tendenz in der Samtgemeindepolitik, wie berichtet, dahin, den Schulstandort in Himbergen auf jeden Fall zu erhalten. Schulausschussvorsitzende Witta Alberternst (SPD) betonte, dass hier noch politische Entscheidungen erforderlich seien.Und genau hier lag für die Christdemokraten Willi Scharnhop und Eckhard Warnecke der Hase im Pfeffer. So fehle es nach Scharnhops Auffassung bisher an konkreten Gesprächen über die künftige Schulstruktur in der Samtgemeinde Bevensen. "2025 werden wir für alle drei Grundschulen noch insgesamt 400 Schüler haben", so Scharnhop, "wir geben hier viel Geld aus, aber eiern herum." Ihm fehlt ein Gesamtkonzept, das der Schulausschuss zügig erarbeiten müsse. Jürgen Hinrichs derweil befand, man befinde sich in einem "offenen Dialog" und eiere keineswegs herum. Auch Samtgemeindebürgermeister Knut Markuszewski verwahrte sich gegen diesen Vorwurf. "Wir haben ein Ergebnis vorzuweisen", bezog er sich auf die Entscheidung eines Arbeitskreises, der eine Kompromisslösung für die Brandschutzsanierung an der Himberger Grundschule gefunden hatte (die AZ berichtete).Doch darum ging es den Vertretern der CDU nicht. "Die Entscheidung, den Standort Himbergen zu erhalten, wurde ohne den Schulausschuss getroffen", monierte Eckhard Warnecke und betonte, dass er damit keinesfalls die Arbeit, die an der Schule geleistet werde, in Frage stellen wolle. Nur müsse der zuständige Fachausschuss in solche Entscheidungen mit eingebunden werden.Das sah auch Fraktionskollegin Gina Strampe so. Wenn der Schulausschuss in derlei Diskussionen nicht einbezogen werde, "dann frage ich mich: Was mache ich hier? Dann kann ich auch meinen Hut nehmen und gehen". Knut Markuszewski betonte allerdings, dass das Vorgehen mit der Bildung eines Arbeitskreises – bestehend aus Vertretern von Schule, Elternschaft, Politik und Verwaltung – mit allen Fraktionvorsitzenden abgestimmt sei.Vorsitzende Witta Alberternst (SPD) beruhigte nach langem Hin und Her: "Die große Runde über die Schulstruktur in der Samtgemeinde Bevensen mit allen Betroffenen steht noch aus." Und um nicht noch einmal Verwirrung aufkommen zu lassen, stellten die Ausschussmitglieder noch an Ort und Stelle einen Arbeitskreis zusammen, der sich nach den Sommerferien mit diesem Thema befassen soll.

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