Diana und Camilla im Exil

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Tierheim sucht neue Besitzer für traumatisierte Katzen von der Brauerstraße.

Uelzen - Von Diane Baatani. Das Uelzener Tierheim ist wieder völlig überfüllt – die Mitarbeiter suchen händeringend „geduldige Katzenliebhaber“. Besonders nach der Aktion in den vergangenen Tagen, als die Schriftführerin des Tierschutzvereins, Kristin Zangi, und die Katzenschützerin Erika Herkt-Skupin mit dem stellvertretenden Leiter des Veterinäramtes, Dr. Jörg Pfeiffer, ein verwahrlostes Haus an der Brauerstraße in Uelzen räumten, in dem sich mehr als acht Katzen befanden (AZ berichtete), platzen die Zellen aus allen Nähten.

Die Person, die die Katzen in dem Haus eingesperrt hatte, hält auch in ihrer aktuellen Wohnung wieder rund ein Dutzend. Gestern waren die Katzenschützer auch dort vor Ort und nahmen die mangelhaft versorgten Tiere mit.

Zwei rote etwa Einjährige wurden zunächst in einer Pflegestelle aufgepäppelt, eine weitere weiße fand direkt eine liebevolle Besitzerin. Nun sind die übrigen im Tierheim aufzufinden. Zwei weitere Katzen von der Brauerstraße mussten innerhalb der letzten Woche eingeschläfert werden.

„Die Katzen sind traumatisiert. Sie haben erst mal eine Wurmkur erhalten, wurden entfloht und jetzt müssen wir sie erst mal dazu bekommen, etwas zu fressen.“ Das sei eine schwierige Aufgabe, denn die Katzen seien daran gewöhnt, dass die Besitzerin ihnen die geöffneten Dosen hinwarf und sie sich das Futter selbst herauspickten. Einen appetitlich angerichteten Teller im Tierheim rührten die Tiere zunächst gar nicht an.

Drei der Katzen haben schon vorübergehend neue Namen: Charles und Diana sind etwa ein Jahr alt, Camilla ist um die drei Jahre alt geworden. Die drei konnten sich in dem vermüllten Haus an der Brauerstraße frei bewegen. Die übrigen Katzen waren in einzelne mit Katzenkot und Unrat verdreckte Räume gesperrt. Sobald es mit ihnen gesundheitlich wieder bergauf geht, sollen sie kastriert werden. Wer sie vorher dem Tierheim abnehmen kann, muss eine Kaution von 50 Euro hinterlassen. Mit der Bestätigung des Tierarztes, dass eine Kastration vorgenommen wurde, können dann die neuen Besitzer die Kaution wieder auslösen.

Zu dieser Methode greift der Tierschutzverein in Uelzen nun ohnehin konsequent. Seit Jahren versuchen sie vergeblich, eine Kastrationspflicht durchzusetzen, um das Problem der unkontrollierten Vermehrung zu lösen.

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