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Deutlich mehr Einsätze für Uelzener Wehr

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Von: Norman Reuter

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Feuerwehreinsatz am Dienstaag, 22. März, in Veerßen.
Feuerwehrkräfte vor Ort machen sich ein Bild von der Lage © Reuter

Mögliche Blindgänger in Bahnhofsnähe, Sturmschäden und „viele Feuer“ – so lässt sich das nun zu Ende gehende Jahr 2022 aus Sicht der Uelzener Feuerwehr zusammenfassen. Die AZ blickt mit dem Ortsbrandmeister Reiner Seidel und seinem Stellvertreter Jürgen Kaune auf die letzten zwölf Monate zurück.


Uelzen – Die beiden sahen sich gleich im Januar mit einer möglichen Evakuierung großer Teile Uelzens konfrontiert. Wie berichtet, wurden zu Jahresbeginn Blindgänger am Bahnhof vermutet. Der Feuerwehr sollte bei einer nötigen Evakuierung, um die Sprengsätze entschärfen zu können, die Aufgabe zukommen, die Bevölkerung über die Lautsprecher an den Feuerwehrwagen zu informieren.

Letztlich entpuppten sich die Verdachtspunkte als Kabel und Metallschrott im Erdreich. Bis zur letzten Entwarnung nutzte der Krisenstab das Feuerwehrgerätehaus an den Bartholomäiwiesen, das außerhalb einer Evakuierungszone lag, als Stützpunkt. „Die Anrufe des geschalteten Bürgertelefons liefen auch hier auf“, so Seidel.

Die Orkantiefs „Ylenia“ und „Zeynep“ beschäftigten im Februar die Uelzener Einsatzkräfte. Gut 40 Einsätze weist die Statistik der Wehr für den 17. und 18. Februar aus.

Bäume mussten von Straßen geholt werden, Schieferplatten drohten von Häusern zu fallen. Mit dem Einsatzaufkommen zu den Stürmen erklärt sich Reiner Seidel auch, dass – wenngleich das Jahr noch nicht zu Ende ist – bereits deutlich mehr Einsätze als in den Jahren 2021 (241 Einsätze) und 2020 (229 Einsätze) sowie auch im Vor-Corona-Jahr 2019 (281 Einsätze) zu Buche stehen. Nach Angaben von gestern Nachmittag musste die Uelzener Wehr dieses Jahr bislang wegen 320 Alarmierungen ausrücken.

Immer wieder musste sie dabei auch Brände löschen. „Wir hatten viele Feuer“, sagt Jürgen Kaune. Mehrmals rückte die Wehr zur Obdachlosen-Unterkunft am Böh aus. Von der Ferne aus war im März die Rauchwolke zu sehen, die ihre Ursache in einem Großbrand in Veerßen hatte. Eine zur Wohnung umgebaute Scheune brannte im Ortsteil komplett nieder. „Wir hatten jetzt auch zwei Küchenbrände, die jeweils technische Ursachen hatten“, so Jürgen Kaune.

Ihre Einsätze bewältigten die Kameraden unter Pandemie-Bedingungen. „Bis Ende Mai hatten wir keine Dienste“, erinnert sich Reiner Seidel. Um das Risiko von Infektionen zu minimieren, wurden die Wagen mit einer reduzierten Mannschaft besetzt, die Einsatzkräfte hatten Masken zu tragen.

Nach wie vor testen sich die Kameraden: Vor jedem Dienst und nach jedem Einsatz. „Wir hatten vereinzelt Corona-Fälle, aber keine Ansteckungswelle in der Wehr“, bilanziert Reiner Seidel. Stets sei man einsatzfähig gewesen. Zurzeit zählt die Wehr 85 aktive Feuerwehrfrauen und -männer.

Um das aufzuholen, was in der Pandemie an Fortbildungen nicht möglich war, will sich ab Februar der neue stellvertretende Ortsbrandmeister Oliver Hanisch kümmern. Er übernimmt dann die Aufgabe von Jürgen Kaune. Eine Staffelstab-Übergabe ist bei der Generalversammlung der Wehr am 27. Januar geplant.

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