Debatte um Randstreifen

Umweltausschuss empfiehlt Pläne für Schutzgebiet „Obere Ilmenau“

Die Ilmenau durchzieht weite Teile des Landkreises Uelzen – zum Erhalt der Tier- und Pflanzenwelt wird über ein Schutzgebiet beraten. 
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Die Ilmenau durchzieht weite Teile des Landkreises Uelzen – zum Erhalt der Tier- und Pflanzenwelt wird über ein Schutzgebiet beraten.

Uelzen/Landkreis – Von Grünhagen im Norden, quer durch die Stadt Uelzen, bis nach Holdenstedt und Niendorf II im Süden des Landkreises soll das neue Landschaftsschutzgebiet Obere Ilmenau reichen, über das der Kreis-Umweltausschuss am Dienstag befand.

Das 965 Hektar große Gebiet umfasst die Flussniederung der Ilmenau einschließlich des Zusammenflusses von Gerdau und Stederau, die dann gemeinsam die Ilmenau bilden.

Der Umweltausschuss des Landkreises tagte in der Sporthalle des Lessing-Gymnasiums. 

Nach den teils intensiven Debatten bei der öffentlichen Vorstellung der Planungen in den vergangenen Monaten gab es am Dienstag nicht mehr viel zu diskutieren. Vor allem ging es um die Randstreifen entlang der Böschungen, die nach Ansicht des beratenden Ausschuss-Mitglieds Henning Schulz dafür sorgten, dass immer mehr Flächen aus der landwirtschaftlichen Produktion genommen würden; „Warum regelt man das nicht auf freiwilliger Basis? Das wird langfristig so mit der Landwirtschaft nicht gehen.“

Was den Zeitpunkt der Mahd angeht, vertritt die Verwaltung die Ansicht, dass eine spätere oder gar keine Mahd im Ergebnis für raue Bodenoberflächen sorgt, die Ausschwemmungen in die Gewässer vermindert.

Als betroffener Anlieger meldete sich Heinz-Hermann Hartig zu Wort. Der Bienenbütteler erklärte, dass in den Landkreisen Harburg und Celle die gleichen Arten vorkämen wie im Gebiet „Obere Ilmenau“. Der große Unterschied sei, dass der Landkreis Uelzen viel schärfer in Eigentum eingreife als die Nachbarkreise. Hartig sieht darin einen Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz.

Letztlich sprach sich der Umweltausschuss mehrheitlich dafür aus, die Vorlage der Verwaltung dem Kreistag zum Beschluss zu empfehlen. Das neue Schutzgebiet Obere Ilmenau soll vor allem die Gewässerläufe, die Laubwälder sowie deren Bewohner schützen und ihre weitere Entwicklung ermöglichen. Dazu gehören bei der Flora die Auenwälder mit Erle, Esche und Weide sowie Moore und Buchenwälder. Zur schützenswerten Fauna zählen unter anderem das Flussneunauge sowie der Fischotter. Außerdem soll die Bachmuschel-Population der Ilmenau erhalten werden. Zum Schutz soll eine Reihe von Verboten zum Tragen kommen. Untersagt sein sollen unter anderem das freie Zelten und Campieren und das Einsetzen von Wasserfahrzeugen in die Fließgewässer.

Dünge- und Pflanzenschutzmittel sind auf einem Randstreifen von fünf Metern Breite entlang der Böschungen der Gewässer zweiter und dritter Ordnung verboten. Drohnen sollen nicht über das Schutzgebiet fliegen dürfen. Alle Hunde, außer Dienst-, Jagd- und Hütehunden, sollen dort außerhalb umfriedeter Grundstücke grundsätzlich an der Leine geführt werden.

VON MICHAEL MICHALZIK

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