Wohnmobilstellplatz ausgebucht / Stadt prüft neue Anlage auf Hammersteinplatz

Daumen hoch für den Yachthafen in Groß Liedern

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Aus der Lübecker Bucht, dort, wo sonst andere Urlaub machen, hat es Bernd und Anja Katzer nach Uelzen verschlagen. Von dem Wohnmobilstellplatz am Groß Liedern Yachthafen sind sie begeistert.

Uelzen-Gr. Liedern. Die untergehende Sonne taucht das Hafenbecken in ein rötliches Licht, auf der Terrasse des kleinen Restaurants lassen einige Gäste entspannt den Abend ausklingen. Aber nicht nur dort haben es sich Leute bequem gemacht.

Zwölf Wohnmobile, die Maximalanzahl, stehen dort am Yachthafen Groß Liedern. Keine Ausnahme, der Stellplatz boomt regelrecht. „Ich bin äußerst zufrieden mit der Frequentierung, wir haben eine komplette Auslastung sowohl bei den Sportboot- als auch bei den Wohnmobilgästen“, berichtet Tanja Christensen, 1. Vorsitzende des Yachtclubs Uelzen, der die Stellplätze betreibt.

Bis heute konnten für das Jahr 2018 insgesamt 1150 Wohnmobile und 2080 Personen auf den Wohnmobilstellplätzen verzeichnet werden. Damit ist, auch dank der Erweiterung um sechs Stellplätze zum 1. Juni, die Vorjahreszahl der Besuche bereits knapp überschritten. „Und die Saison für Wohnmobilfahrer ist längst nicht zu Ende“, freut sich Christensen. Sie ist überzeugt: „Unser idyllischer Stellplatz hat sich zu einem echten Geheimtipp entwickelt.“

Ein Indiz dafür sind zumindest die Kennzeichen. Ein Blick am Mittwochabend verrät: Die Besucher stammen beinahe aus dem gesamten Bundesgebiet. Da finden sich Kennzeichen aus Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg oder auch Schleswig-Holstein. Dort, genauer gesagt aus dem Landkreis Ostholstein, kommen auch Anja und Bernd Katzer her, die seit mittlerweile fünf Tagen am Yachthafen urlauben.

„Wir sind zum ersten Mal hier in Uelzen, aber es wird nicht das letzte Mal bleiben“, ist sich Anja Katzer sicher. Denn die beiden passionierten Wohnmobilfahrer sind begeistert von dem Standort. „Der schöne Blick auf den Hafen, Natur pur und super nette Leute“, lobt Anja Katzer. Gerade für sie als Hundehalter sei die Umgebung geradezu perfekt. Zudem könne man schöne Touren mit dem Rad unternehmen und alles sei schnell erreichbar. „Zum Beispiel ruck-zuck zum Shoppen in die Stadt“, lacht Bernd Katzer mit einem Blick auf seine Frau.

Damit sich die Gäste so wohl wie die Katzers fühlen, legt sich der Yachtclub ganz schön ins Zeug. So leisten die Clubmitglieder regelmäßig Geländepflege, haben einen kleinen Beachbereich mit gemütlichen Strandkörben versehen. Der freundliche und hilfsbereite Empfang der Gäste sei dabei selbstverständlich. „So mancher Gast blickt dann auch gerne zurück und schickt dankend eine Postkarte“, erzählt Christensen.

Den herzlichen Umgang loben auch die Katzers. „Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt“, sagt Bernd Katzer. Zu ihm und seiner Frau hat sich am Mittwochabend ihr neuer „Nachbar“ Sven Meyer aus dem Landkreis Oderspree in Brandenburg gesellt. Auch er, der nur auf der Durchreise ist und eine Nacht bleibt, lobt den Standort. „Es könnte nur etwas größer sein“, sagt er. Das jedoch lehnt der Yachtclub ab. „Wir möchten keine Massenabfertigung betreiben, hier steht die Qualität der Erholung im Vordergrund“, sagt Christensen – und das Miteinander von Clubmitgliedern, Sportboot- und Wohnmobilgästen. „Bei einem weiteren Ausbau wären die vorhandenen Kapazitäten schnell überschritten und das Potenzial der ruhigen, idyllischen Lage würde darunter leiden“, ist sich die Vorsitzende sicher.

Dafür könnte sich andernorts in Uelzen etwas tun. Denn natürlich hat auch die Stadtverwaltung das Potenzial des Wohnmobiltourismus erkannt. „Wir freuen uns sehr über die Entwicklung in Groß Liedern“, sagt Stadtprecherin Ute Krüger. Vor allem, weil dadurch die ganze Hansestadt profitiere. „Laut einer Studie von 2016 gibt jeder Wohnmobiltourist hier pro Tag 45 Euro aus“, berichtet Krüger. Ein möglicher Standort für neue Wohnmobilstellplätze könnte der Hammersteinparkplatz sein. „Vorher muss aber die Untersuchung zur Parkplatzsituation in der Innenstadt abgewartet werden“, so Krüger. Zudem müsse man auch Überlegungen in Sachen Lärmbelästigung und Möglichkeiten der Anbindung der erforderlichen Infrastruktur in Betracht ziehen. Dass ein Stellplatz in der City ein großer Gewinn sein kann, glaubt auch der erfahrene Wohnmobilurlauber Sven Meyer: „Ich mag Stellplätze in der Stadt lieber. Da kann ich mir abends und am nächsten Tag bequem und gemütlich die Stadt angucken und ausgehen“, erklärt er.

Von Steffen Schmidt

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