„Das schönste Expo-Projekt“

Bietet auch im Schneetreiben ein attraktives Bild: Der Uelzener Hundertwasser-Bahnhof, einst Expo-Projekt, feierte am Freitagabend sein zehnjähriges Bestehen.

Uelzen - Von Jürgen Köhler-Götze. Im kleinen Kreis wurde am Freitagabend der zehnte Geburtstag des Hundertwasser-Bahnhofs gefeiert. Der war bekanntlich ein Projekt im Rahmen der Expo 2000 in Hannover, die nach dem Willen der Expo-Macher auch in der Region Hannover stattfinden sollte.

„288 Expo-Projekte gab es damals“, erinnert sich Expo-Macher Christian Ahrens, „aber das schönste steht in Uelzen.“ Es ist aber auch eines der wenigen Projekte, das die Expo 2000 überdauert hat. „Profitiert von der Expo haben Hannover und Uelzen“, sagt Raimund Nowak, der kurz vor dem Bahnhofsgeburtstag noch einmal Bürgermeister der Städte befragt hat, die ebenfalls Expo-Projekte hatten. „Ja, da sei mal was gewesen, erinnerten die sich, aber das sei eigentlich ein Flop geworden.“

Nowak war vor zehn Jahren Sprecher der grünen Kreis- und Stadtratsfraktion und ist neben Klaus-Dieter Schlademann (CDU) und Jacques Voigtländer (SPD) einer der Initiatoren des Projekts. Ideengeber jedoch war damals ein Leserbriefschreiber der AZ, der anregte, man solle doch lieber den Uelzener Bahnhof von Hundertwasser umgestalten lassen, statt im Schloss Holdenstedt eine Hundertwasser-Ausstellung zu machen.

Rechtzeitig fertig geworden ist der Bahnhof damals nicht: 25 Tage nach dem Ende der Expo ging er in Betrieb, während der Expo wurden aber bereits Baustellenführungen angeboten. „Kein einfacher Weg“ sei es gewesen, erinnern sich die drei Initiatoren, bis das Projekt in trockenen Tüchern war. 28 000 Mark waren im Etat der Bahn für den Bahnhof vorgesehen, weil das Dach repariert werden musste, so die damalige Auskunft des Bahnmanagers. Zufällig war der aber auch strikt gegen den damaligen Privatisierungskurs der Bahn und stieß die Uelzener auf Martin Lepper, der für die Bahn alles Mögliche baut, „nur schottern mache ich nicht“, wie er selber sagt. Der ließ sich vom Projekt überzeugen und machte Geld locker. „Ohne Lepper wäre das nichts geworden“, sind sich Nowak und Voigtländer einig. Am Ende mussten allerdings Stadt, Kreis und Land noch drei Millionen Mark beisteuern. Mit seinen vielen tausend Besuchern pro Jahr ist der Bahnhof eine Erfolgsgeschichte, „aber er darf uns jetzt nicht zerbröseln und zerbröckeln“, mahnte Voigtländer mit Blick auf die unübersehbaren Schäden an mehreren Stellen. Bahnhofs-Manager Markus Schlott versprach Reparaturen im Jahr 2011. Und auch für die Vergabe des Restaurants an einen neuen Pächter „sind wir in guten Gesprächen“. Es sei ja kein Geheimnis, dass sich der Verein ÖkoRegiodafür interessiere, bestätigte Gastronom Karl-Heinrich Meyer von der „Deutschen Eiche“, der die geladenen Gäste des Abends bekochte. Welche Rolle er dabei spiele, mochte er aber nicht preisgeben: „Das wird man dann sehen.“

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