Das lange Warten auf den Piks

Leere Impfkabinen: Das Impfzentrum in Uelzen wird derzeit lediglich von mobilen Teams genutzt. Für die Bevölkerung öffnen wird es voraussichtlich erst im März. Foto: LANDKREIS
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Leere Impfkabinen: Das Impfzentrum in Uelzen wird derzeit lediglich von mobilen Teams genutzt. Für die Bevölkerung öffnen wird es voraussichtlich erst im März.
  • Norman Reuter
    vonNorman Reuter
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Das Uelzener Impfzentrum wird voraussichtlich erst im März in Betrieb gehen. Noch werden Bewohner und Beschäftigte in Pflegeheimen und Kliniken geimpft. Landkreise in der Nachbarschaft sind da schon weiter.

Uelzen/Landkreis – Als das Sozialministerium Mitte vergangener Woche ankündigt, dass jetzt erstmals Niedersachsen, die 80 Jahre oder älter sind und zu Hause leben, einen Impftermin buchen können, sieht sich die Uelzener Kreisverwaltung zu einer Klarstellung genötigt. Die Pressestelle verschickt eine Mitteilung. Darin wird erklärt, dass sich die Senioren im Landkreis Uelzen noch gedulden müssen.

Termine für das hiesige Impfzentrum seien bislang nicht zu buchen, heißt es von der Kreisverwaltung. Voraussichtlich im März werde das Impfzentrum in Betrieb gehen. Der Landrat begründet das mit den knappen Impfstoffmengen. „Händeringend“ würde noch auf Lieferungen des Landes gewartet, um die Impfungen in den Alten- und Pflegeheimen abschließen zu können, so Heiko Blume.

Teams sind noch in Heimen unterwegs

Bewohner und Beschäftigte von Pflege-Einrichtungen erhalten als Erstes eine Schutz-Injektion. So ist es vom Land festgelegt worden. Der Ausbruch in mindestens acht Heimen des Landkreises mit einer steigenden Zahl an Toten (Siehe Seite 1) zeigt, wie rasant sich das Virus in solchen Einrichtungen ausbreiten kann und welche Folgen das hat.

Im Zusammenhang mit den Ausbrüchen in stationären Einrichtungen berichtet der Landkreis, ebenfalls Mitte vergangener Woche, dass bislang in 13 von 27 Heimen Impfungen stattgefunden haben. Also fehlte zu diesem Zeitpunkt noch gut die Hälfte aller Einrichtungen.

Andere Landkreise waren da schon weiter. Der Landkreis Gifhorn konnte bereits am 22. Januar vermelden: In allen 25 stationären Einrichtungen der Altenpflege im Landkreis Gifhorn sei die Erstimpfung erfolgt. Auf AZ-Nachfrage berichtet Landrat Andreas Ebel, dass nun seit vergangenem Mittwoch die notwendige zweite Impfrunde laufe. Ab wann Menschen im Kreis Gifhorn, die zu Hause leben, geimpft werden können, ist noch unklar.

Impfzentrum Lüneburg öffnet am Donnerstag

Derweil informiert der Nachbarkreis Lüneburg, dass sein Impfzentrum, für Menschen, die zu Hause leben, bereits an diesem Donnerstag in Betrieb geht. Kreissprecherin Katrin Holzmann: „Wir starten mit der Erstimpfung für Menschen ab 80 Jahren am 4. Februar.“ Die ersten 270 Impftermine seien dafür vergeben worden.

Ebenfalls in dieser Woche rechnet man damit, dass in allen Pflege-Einrichtungen des Landkreises Lüneburg die Erstimpfungen abgeschlossen sein werden. Parallel läuft schon die zweite Impfrunde.

Dass man im Landkreis Lüneburg weiter ist, hängt auch mit dem Zeitpunkt der ersten Impfstofflieferung zusammen. Noch vor dem Jahreswechsel erhielt der Landkreis Lüneburg die ersten gut 1000 Impfdosen.

Sprecherin Katrin Holzmann berichtet, dass das Land den Landkreis telefonisch kontaktiert habe, ob er kurzfristig bereit und in der Lage wäre, den Impfstoff zu übernehmen und zu verimpfen. Der Landkreis habe zugesagt, so Holzmann. Der Landkreis Uelzen erhielt seine erste Lieferung in der ersten Januar-Woche (AZ berichtete).

Ein Sprecher des niedersächsischen Sozialministeriums erklärt, dass Lieferzeitpunkte und die Lieferintervalle anhand der Einwohnerzahlen berechnet werden. Und man muss wissen: Beim Thema Corona-Impfungen werden der Landkreis Uelzen und der Nachbarkreis Lüchow-Dannenberg zusammen gezählt, weil für sie beide ein gemeinsames Impfzentrum genehmigt wurde.

Corona-Zahlen ohne Einfluss auf Lieferung

141 000 Menschen leben in den Kreisen Uelzen und Lüchow-Dannenberg. Der Nachbarkreis Lüneburg zählt etwa 181 000 Bewohner. Der Ministeriumssprecher führt aus, dass demnach Lüneburg alle zehn Tage einen Impfkarton mit 1100 Dosen erhält, Uelzen/Lüchow-Dannenberg alle zwölf Tage. Aufgrund der Ankündigung des Herstellers Biontech, vorübergehend weniger Mengen bereitstellen zu können, seien diese Intervalle um den Faktor 1,5 verlängert werden, so der Sprecher. Heißt: 14 Tage vergehen für Lüneburg bis zur nächsten Lieferung, 19 Tage für Uelzen und Lüchow-Dannenberg.

Wie sich aus Angaben der Uelzener Kreisverwaltung berechnen lässt, wurden in der vergangenen Woche im hiesigen Landkreis 222 Corona-Schutzinjektionen gesetzt. Im gleichen Zeitraum infizierten sich mehr Menschen im Landkreis mit dem Virus. Mit einem Inzidenzwert von mehr als 200 bildet er mit Nienburg zusammen die traurige Spitze bei den Infektionen.

Als nach Weihnachten die Impfkampagne startete, war es in dem damals besonders belasteten Westen des Landes mit den ersten Injektionen losgegangen. Wie der Sprecher des Sozialministeriums gegenüber der AZ erklärt, führe das akute Infektionsgeschehen nicht dazu, dass der Landkreis Uelzen nun mehr Impfdosen erhalte. „Es gibt derzeit keine Bevorzugung einzelner Impfzentren beziehungsweise Regionen als ,Hotspots‘ “, so der Sprecher.

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