„Das könnt Ihr ja nicht ernst meinen“

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mr Uelzen/Landkreis. Auf die harschen Vorwürfe eines Teils der Uelzener SPD-Spitze (AZ berichtete gestern) hat der von den Grünen getragene Landratskandidat Raimund Nowak unmittelbar reagiert. Der ehemalige Grünen-Landessprecher äußert darin sein Unverständnis sowohl über die Form als auch den Inhalt des vom SPD-Unterbezirksvorsitzenden Klaus-Peter Dehde und seiner Stellvertreterin Sylvia Meier unterzeichneten Schreibens.

„Wer soll Euch denn glauben, dass ich mit ,Verve und Kalkül auf eine Koalition mit der CDU hinarbeite‘?“, kontert Nowak mit Verweis auf seine „kommunalpolitische Geschichte“ im Kreis. „Ihr habt sicher auch vor Augen, dass die Uelzener SPD im Rat seit Jahren lieber mit der CDU oder der FDP als mit den Grünen koaliert. Also spart Euch Eure CDU-Warnmeldungen“, rät Nowak.

„Ich denke, Ihr solltet keinen Ton einschlagen, der Gespräche zwischen den Vorständen unnötig erschwert“, schreibt Nowak mit Blick auf Dehdes und Meiers Skizzierung eines „politisch unbedarften“ grünen Kreisvorstandes und Kandidaten. Die Behauptung, die Initiative zu Gesprächen sei stets nur von SPD-Seite gekommen weist Nowak als ebenso falsch zurück wie den Vorwurf, die Grünen vernachlässigen inhaltliche Fragen.

Der Landratskandidat zeigt sich verwundert, dass SPD-Bewerber Jürgen Krumböhmer noch das Gespräch mit ihm zur Abstimmung über einen gemeinsamen Kandidaten gesucht hat, während der SPD-Unterbezirk bereits den Termin für eine Nominierung eines SPD-Bewerbers vorbereitete. „Ich finde es übrigens völlig legitim, wenn die SPD in Uelzen beschließt, einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Ihr selbst habt nach meinen Informationen sehr schnell innerparteilich eine Position bezogen, mich nicht zu unterstützen und eine SPD-Kandidatur aufzubauen. Ihr müsst es Euren Parteimitgliedern und den Wählerinnen und Wählern erklären, was Euch zu dieser Haltung gebracht hat“, erwidert Nowak dem SPD-Duo. Die in ihrem Brief geäußerten Gründe der „fehlenden politischen Inhalte, politischer Unbedarftheit und der Vorbereitung schwarz-grüner Koalitionen“ hält er für „nicht nur sehr unglaubwürdig“, sondern auch für „ziemlich respektlos“ – „genauso wie Ihr es ja nicht ernst meinen könnt, mich darüber zu informieren, dass es nun an der Zeit wäre, sich gegen Atomenergie und für erneuerbare Energien einzusetzen“, wundert sich Nowak.

„Wer mit offenen Augen durch die Uelzener Innenstadt geht, wer die regionalen wirtschaftlichen Daten nüchtern betrachtet und auch vor sozialen Problemen die Augen nicht verschließt, wird feststellen, dass es ein ,Weiter so‘ nicht geben darf“, kündigt Nowak an, im Kreis „etwas bewegen“ zu wollen. Er werde einen „fairen und und respektvollen“ Wahlkampf führen –„ich denke, Ihr tut der politischen Kultur und auch Eurer Partei keinen Gefallen, wenn Ihr solche Briefe schreibt“.

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