Uelzens Norden attraktiv für Firmen

Das Gewerbegebiet an der Ludwig-Erhard-Straße ist längst kein Ladenhüter mehr

Daniel Benson auf der Baustelle seiner Autolackiererei in der Ludwig-Erhard-Straße
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Das Gewerbegebiet „Ludwig-Erhard-Straße Nord“ ist inzwischen beliebt, dort lässt gerade Daniel Benson seine Autolackiererei hochziehen. Die Post sicherte sich auch ein Grundstück.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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  • Lars Becker
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Lange schien es so, als seien die vier Hektar am B4-Kreisverkehr ein Ladenhüter. Das hat sich inzwischen deutlich verändert. Zurzeit rollen dort auch wieder Baumaschinen – es entsteht eine Autolackiererei. Und die Post hat Flächen erworben, will dort tätig werden.

Uelzen - Daniel Benson hat sich mit 23-Jahren selbstständig gemacht, begann sich um kleinere Lackschäden an Autos zu kümmern. Jetzt mit 34 Jahren arbeitet er im Gewerbegebiet „Ludwig-Erhard-Straße Nord“ an seinem „Lebenswerk“, wie er sagt. Er hat Grundstücke dort erworben, zurzeit wächst auf 1400 Quadratmetern eine Betriebsstätte für sein Unternehmen in die Höhe. „Ende des Jahres soll der Rohbau soweit stehen. Mitte des nächsten Jahres sollen die ersten Autos lackiert werden können“, sagt Benson.

Bisher ist er in Altenmedingen und Rosche vertreten, diese Standorte werden im Uelzener Gewerbegebiet zusammengeführt. Dort will er bis zu zehn Mitarbeiter beschäftigen, wie er sagt. Für sie und die Kunden werde die Betriebsstätte nach modernen Standards und freundlich gestaltet. „Wir werden unseren eigenen Strom produzieren“, kündigt er an. Durch große Fenster soll auch zu sehen sein, was im Inneren passiere. „Transparenz ist das Stichwort“, so Benson.

Verschiedene Flächen hat der Unternehmer für seine Betriebsstätte in den Blick genommen. Das Areal, auf dem sie nun entsteht, sei optimal. „Ich habe die Anbindung in Richtung Norden und Süden über die B4“, sagt Benson. Mit Betrieben rund um den Funkturm arbeite er bereits gut zusammen, so der Familienvater.

Andere haben den Standort längst auch für sich entdeckt. Ein Kompetenzzentrum der Palandt Agratec GmbH für den Verkauf und die Reparatur von Landmaschinen entstand dort ab 2016. Zuletzt gab die Politik grünes Licht für den Verkauf von gut 10 000 Quadratmetern, sie gehen an die Deutsche Post, die dort tätig werden will. Ein Unternehmenssprecher berichtet auf Anfrage der AZ von „intensiven Gesprächen“ zu dem Projekt. Details könnten noch keine genannt werden.

Im weiteren Umfeld wird sich noch mehr tun. Wie berichtet, gibt es Zukunftspläne für das ehemalige Gebäude des Fruchtsaftherstellers Krings an der Ludwig-Erhard-Straße. Dort soll sich künftig alles um die Kartoffel drehen. Die Investitionen in räumlich voneinander getrennte Produktionsstraßen für die Bereiche Convenience (vorgefertigte Kartoffel-Speisen) und Feinkost (beispielsweise Kartoffelsalat) liegen im Millionenbereich.

Im Zusammenhang mit den geplanten Investitionen der Brüder Clemens, Steffen und Jan Heilmann stellt die Hansestadt Uelzen aktuell auch eine Änderung des Flächennutzungs- und des Bebauungsplanes „Kämpenweg Nord“ auf. „Anlass für die konkrete Planung nördlich des Kämpenweges sind die Expansionspläne eines ortsansässigen Unternehmens, die der Standortsicherung dienen. Neben der bisherigen Lagerung und Vermarktung von Kartoffeln möchte das Unternehmen künftig unter anderem auch in die Herstellung von Kartoffelprodukten einsteigen“, hieß es dazu in der Bekanntmachung der förmlichen Beteiligung der Öffentlichkeit am vergangenen Sonnabend in der AZ. Vom 1. November bis 1. Dezember liegen die Planentwürfe öffentlich im Foyer des Rathauses aus.

Jenseits der B4, nördlich des Uelzener Gefängnisses, wird zurzeit auch noch ein zusätzliches Gewerbegebiet unter dem Namen „Störtenbütteler Weg Nord“ mit einer Größe von gut sieben Hektar erschlossen. Dort will sich – so viel ist bereits zu diesem Gewerbegebiet bekannt – beispielsweise der Energie-Versorger SVO in einem neuen Gebäude niederlassen.

Ausgewiesen wurde das Gewerbegebiet „Ludwig-Erhard-Straße Nord“ bereits zu Beginn des vorigen Jahrzehnts. Noch 2015 musste die Stadt Uelzen auf Nachfrage mitteilen, dass sich trotz Interessenten keine Bebauung abzeichne.

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