„Das ist eine Erfolgsstory“

Die Aufkleber an den Türen weisen die Reisenden darauf hin: In allen Metronom-Zügen gilt ein generelles Alkohol-Konsumverbot. Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Zerkratzte Tische, eingeschlagene Deckenplatten, eingenässte Sitze, abgetretene Toilettendeckel und tonnenweise Müll – rund eine halbe Million Euro musste Metronom bislang pro Jahr für die Beseitigung von Vandalismusschäden in den blau-gelben Doppelstockzügen ausgeben. Mit der Einführung des Alkoholverbotes im November vergangenen Jahres sind die Instandsetzungskosten und die Müllberge erheblich zurückgegangen – und auch bei den Fahrgästen kommt das Verbot sehr gut an. Das ist das erste Ergebnis einer Umfrage des Uelzener Eisenbahnunternehmens, an der sich mehrere tausend Kunden beteiligten.

Zwar wird es noch etwas dauern, alle Fragebögen auszuwerten, „aber fest steht, dass das Alkohol-Konsumverbot eine Erfolgsstory ist“, sagt Metronom-Sprecherin Hannah Kohn. Dabei hatte es außerhalb des Unternehmens viele Zweifler gegeben, als das Nahverkehrsunternehmen im Herbst vergangenen Jahres als erste Eisenbahn in Deutschland ankündigte, nach den Zigaretten auch den Alkohol aus den Zügen zu verbannen. „Mittlerweile kriegen wir Anfragen von anderen Eisenbahngesellschaften nach unsere Konzept und wie wir es schaffen, dieses Verbot umzusetzen“, schildert Kohn.

Dazu hatte der Metronom in den ersten Monaten unter anderem neben Durchsagen zusätzliche Sicherheitskräfte eingesetzt. Die Lautsprecherinformationen gibt es bis heute in jedem Zug, außerdem kleben an den Türen und in den Waggons entsprechende Verbotsschilder. Und nach einer Übergangsphase werden Verstöße längst auch konsequent geahndet. 40 Euro kostet das Bereitstellen oder Konsumieren alkoholischer Getränke, wer dazu noch zur Zigarette greift, muss 60 Euro berappen. „Und wer sich gar nicht belehren lässt und womöglich noch aggressiv wird, kann von der Weiterfahrt ausgeschlossen werden“, betont Kohn.

Bis zu 500 Alkohol-Vergehen ahnden die Fahrgastbetreuer des Metronom monatlich – eine Zahl, die angesichts von 30 Millionen Fahrgästen jährlich relativ klein ist. Mittlerweile gehören auch Fragen nach Ausnahmen etwa für Sektrunden oder Kegelrunden der Vergangenheit an, schildert die Metronom-Sprecherin.

Und mittlerweile sei auch bei vielen Pendlern bekannt, dass alkoholfreies Bier durchaus getrunken werden darf. Und auch Pralinen mit alkoholhaltiger Füllung sind kein Problem – das Verbot bezieht sich auf den Konsum alkoholhaltiger Getränke.

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