Mensch 2013: Gundula Zahrte, Ulrich Toll und Dieter Wilczek helfen bei der Tafel

Es darf mal etwas mehr sein

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Ulrich Toll, Gundula Zahrte und Dieter Wilczek sind seit Jahren bei der Uelzer Tafel engagiert.

Uelzen. Beflissen wird in den Räumen der Uelzener Tafel sortiert, geschmiert, gepackt. Routinierte Handgriffe. Jeder hat seinen Platz.

Noch eine Stunde, dann strömen Bedürftige mit ihren Taschen herein, um noch gut erhaltene Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden dürfen und gespendet werden, einzupacken. Ein ganzes engagiertes Team verrichtet nun schon seit 17 Jahren diese wichtige, gemeinnützige Arbeit auf ehrenamtlicher Basis.

Gundula Zahrte aus Uelzen ist auch seit vier Jahren mit dabei. „Mein Bereich ist vorne bei der Ausgabe von Milchprodukten“, berichtet sie. „Ich bin arbeitslos und wurde angesprochen, hier mitzumachen.“ Und sie kommt gerne, arbeitet zusammen mit sieben oder acht anderen engagierten Bürgern, die zusammen zu einem vertrauten Team geworden sind.

Gundula Zahrte weiß mit den Kunden umzugehen, ist ihnen mit offenem Blick zugewandt. Bei ihr darf es auch mal etwas mehr sein, nämlich Zuspruch, ein kleines Gespräch, ein bisschen Plauderei. Läuft das stets so friedlich und besonnen? „Nein, da gibt es für mich auch Grenzen. Wenn einer frech wird oder zu fordernd, dann weiß ich schon darauf zu reagieren.“ Man glaubt es der resolut, jedoch feinfühlig wirkenden Frau sofort.

Zum AZ-Gespräch ist auch Dieter Wilczek aus Uelzen gekommen. Aufmerksam sitzt er mit im Personalraum. Ein Mann, der Mitverantwortung übernimmt. In der St. Petri Gemeinde Uelzen erledigt er viele Aufgaben und bringt sich aktiv ein. Dort gibt es mittwochs auch eine Essensausgabe, als Zweigstelle der Tafel. Von dort kommen auch die Produkte. Seit drei Jahren ist Dieter Wilczek mit dabei. Sein Stammplatz ist mittwochs bei der Süßigkeiten- und Knabberausgabe – eine ganz beliebte Stelle. „Wer kommt, bekommt auch was“, so Dieter Wilczek. In dem Gemeinderaum geht es übersichtlich zu.

Während zur Uelzer Tafel am Bohldamm immer über 100 Personen, meist sogar an 150 bis 170 kommen, sodass es eines Nummernsystems zur koordinierten Ausgabe bedarf, ist es in der Osterstraße übersichtlich. „Hierher kommen meist 25 bis 30 Leute, vorwiegend ältere“, berichtet Dieter Wilczek.

Tafelmitarbeiter Ulrich Toll aus Oetzen stürmt herein. Er gehört zum „Inventar“, ist seit etwa 15 Jahren dabei, seit 2013 mit im Vorstand. Er kümmert sich darum, dass genügend Kartoffeln und Zwiebeln da sind. „Damals ist mir aufgefallen, dass es davon zu wenig gibt, und ich habe mir Gedanken gemacht und mich darum gekümmert.“ Wöchentlich werden 800 Kilo Kartoffeln vergeben und ein halber Zentner Zwiebeln. „Ich fühle mich mitverantwortlich für den Nächsten. Meine Tage sind voll. Ehrenamtliche Dienste“, so der langbärtige Mann. Das habe ihm schon seitens des Arbeitsamtes Ärger eingebracht. „Dort wurde mir der Kopf gewaschen, dass ich keiner geregelten, bezahlten Arbeit nachgehe.“

Eines möchte Ulrich Toll unbedingt noch loswerden und Gundula Zahrte und Dieter Wilczek nicken heftig zustimmend dazu. „Hier sind alle im Team engagiert, wenn, wären wir alle zusammen geehrt.“

Von Ute Bautsch-Ludolfs

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