Agrarindustrielle Tierhaltung im Landkreis? Bäuerliche Landwirtschaft positioniert sich eindeutig

Dank an Kreistag – Kritik an Landrat

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abc Landkreis. Die Diskussion um die künftige Ausrichtung der landwirtschaftlichen Betriebe im Landkreis Uelzen nimmt weiter Fahrt auf.

Nachdem am Dienstagnachmittag der Kreistag mit großer Mehrheit eine Resolution verabschiedet hat, in der unter anderem die Förderung von industriellen Tierhaltungsanlagen ausgeschlossen wird (AZ berichtete), bedankte sich gestern die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) bei den Politikern für ihr Votum.

„Die aktuelle Spaltung der CDU-Kreistagsfraktion in der Frage der auch im Landkreis bedrohlich zunehmenden Zahl von agrarindustriellen Tierhaltungsanlagen ist auch im Zusammenhang mit dem besonders brisanten 160 000er-Hähnchenmast-Projekt in Holthusen II zu sehen“, heißt es in einer Pressemitteilung der AbL. Die klare Mehrheit der Kreistagspolitiker zeige deren Einsatz für die allermeisten Bauernhöfe in unserem Landkreis, die mit der notwendigen Akzeptanz der Bevölkerung weiter in mittelständisch-bäuerlichen und konzernunabhängigen Strukturen wirtschaften wollen. Das schaffe gute Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit den vielen Bürgern, die eine artgerechte und flächenbezogene Tierhaltung zu fairen Erzeugerpreisen in nachbar- und umweltverträglichen Dimensionen wollen, betont die AbL. Und: Es wäre gut, wenn auch der Landrat daraus Schlussfolgerungen ziehen würde.

Hintergrund dieser Bemerkung: Heiko Blume hatte am vergangenen Wochenende bei einer Veranstaltung in der Bohlsener Mühle gesagt, dass weder Gemeinden noch Landkreise als Genehmigungsbehörden eine rechtliche Handhabe hätten, solche Hähnchenmastanlagen (wie in Holthusen II geplant, d. Red.) zu verhindern. Die Bürgerinitiative (BI) „Bäuerliche Landwirtschaft statt Agrarfabriken“ verurteilte gestern die Aussage des Landrates als „provokative Quasi-Vorab-Genehmigung“.

Nach Meinung der BI werde es nach den Vorgaben ihres Vorgesetzten schwerer für Dezernenten und Sachbearbeiter, eine Genehmigung zu verweigern. Unabhängig von dieser Einschätzung – im Kreistag am Dienstag votierte Blume (ebenso wie beispielsweise CDU-Fraktionschef Claus-Dieter Reese) für die Resolution. Der CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Hillmer enthielt sich der Stimme.

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