Ausflug in die Vergangenheit

Dampfeisbrecher fährt auf Elbe-Seitenkanal mit Halt in Uelzen

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Die ELBE wurde 1911 gebaut und ist der letzte von acht Dampfeisbrechern, der noch in Europa im Einsatz ist. Die Fahrt geht Ende Juli von Hamburg über Lüneburg, Bad Bevensen und Uelzen bis nach Hoya.

Uelzen/Bad Bevensen – Mitte des 19. Jahrhunderts war das Auto noch nicht erfunden. Eine beliebte Reiseart war das Dampfschiff, das auch auf der Elbe verkehrte.

Zum ersten Mal bietet nun der Förderverein Dampfeisbrecher ELBE eine Sonderfahrt von Hamburg nach Hoya im Landkreis Nienburg/Weser an.

Mit dem Eisbrecherschiff ELBE geht es auf der Elbe, dem Elbe-Seitenkanal, dem Mittellandkanal und der Weser vom Hamburger Hafen nach Bruchhausen-Vilsen, wo am 3. und 4. August „die Tage des Eisenbahners“, veranstaltet vom Deutschen Eisenbahn-Verein, gefeiert werden.

Der Antrieb erfolgt mit einer Zweizylinder-Expansions-Dampfmaschine, die Leistung beträgt 280 PS.

Die ELBE wurde 1911 im Auftrag der königlich-preußischen Elbstromverwaltung für den Dienst auf der Oberelbe, bei der Schiffswerft & Maschinenfabrik Gebrüder Wiemann in Brandenburg an der Havel, gebaut. Sie blieb als einziges von insgesamt acht gebauten Eisbrechern erhalten und ist heute der letzte dampfbetriebene Flusseisbrecher Europas. Seit 2008 ist die ELBE wieder betriebsfähig und wird seitdem ehrenamtlich durch den Förderverein Dampfeisbrecher ELBE betrieben und instandgehalten.

Derzeit liegt der Eisbrecher noch am Hamburger Hafenmuseum. Jonas Krantz ist Vorstand und Maschinist im Förderverein Dampfeisbrecher ELBE und organisiert die neue Ausflugstour zusammen mit seinen Brüdern Tim und Stefan. „Unser Opa interessierte sich für Dampfschifffahrtstechnik und sammelte Maschinen von Schrottplätzen. Über ihn wurde auch bei uns die Leidenschaft für die Dampfschifffahrt entfacht“, so Jonas Krantz, der in Rosengarten im Landkreis Harburg lebt und in einer Eisenbahnwerkstatt arbeitet.

Das Team des Flusseisbrechers besteht aus zehn Helfern, darunter ein Schiffsführer, zwei Heizer und zwei Maschinisten. Das Schiff ist 30,3 Meter lang, 7,45 Meter breit und hat einen Tiefgang von 1,60 Meter. Der Antrieb erfolgt mit einer Zweizylinder-Expansions-Dampfmaschine und die Maschinenleistung beträgt 280 PS. Auf dem urigen Flusseisbrecher haben 150 Gäste Platz.

Die Hinfahrt findet vom 29. Juli bis 1. August statt. Los geht’s in Hamburg über Lüneburg, Uelzen, Bad Bevensen, Wittingen, Osloß, Braunschweig, Peine, Minden, Nienburg und Hoya. In Lüneburg macht die ELBE Station am 29. Juli (19 Uhr). Ein Zu- und Abstieg ist möglich am 30. Juli (10 Uhr) in Bad Bevensen sowie am Uelzener Hafen am selben Tag gegen 12 Uhr. Die Rückfahrt erfolgt vom 5. bis zum 8. August mit denselben Stationen. Geplanter Halt ist am 7. August um 14 Uhr am Uelzener Hafen sowie drei Stunden später in Bad Bevensen. Gegen 20 Uhr endet diese Tagesstrecke in Lüneburg.

„Wir sind mit der Fahrt nicht auf Gewinne aus, würden uns aber freuen, wenn wir die Unkosten decken können“, so Krantz. Die Fahrpreise hängen von den unterschiedlichen Streckenabschnitten ab. So kostet eine Fahrt von Bad Bevensen nach Uelzen 7,50 oder auch von Uelzen nach Wittingen jeweils 7,50 Euro. Von Lüneburg nach Wittingen beträgt der Fahrpreis 22 Euro. Ein Tagesticket kostet für einen Erwachsenen 45 Euro. Kinder im Alter von vier bis 16 Jahre zahlen für einen Tag fünf Euro.

Buchungen werden unter www.nordwest-ticket.de/thema/dampfschiff-elbe erbeten. Es ist aber auch noch möglich, Fahrkarten direkt an Bord zu kaufen, solange noch Platz vorhanden ist. Weitere Informationen gibt es unter www.dampfeisbrecher.de oder telefonisch unter (0151) 73047677.

VON TIMO HÖLSCHER

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