Kurhaus-Gastronomie Thema im Rat / Jahresbilanz Kurgesellschaft und BBM

Dach tropft an 22 Stellen

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Sanierungs- und Planungsbedarf: „Über 15 Jahre wurde kein Cent in das Gebäude gesteckt“, beklagt sich Uwe Winter, Geschäftsführer der Kurgesellschaft und der Bad Bevensen Marketing GmbH.

Bad Bevensen. Die Verpachtung des Kurhauses habe sich als „Flop“ erwiesen und die geschätzten Mehreinnahmen seien nur auf die Eintrittspreiserhöhung zurückzuführen.

Diese Anmerkungen erlaubte sich die Stadtratsfraktion der Wählergruppe Bürger für Bad Bevensen (BfB) nach der Vorstellung des Jahresabschlusses der Kurgesellschaft Bad Bevensen während der vergangenen Stadtratssitzung. Die beiden Abgeordneten enthielten sich deshalb auch bei der Abstimmung des Stadtrates zu Jahresabschluss und Wirtschaftsplan der Kurgesellschaft.

„86 000 Euro von der Gastronomie sind nicht eingegangen“, beklagt sich die BfB-Ratsfrau Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka über ausstehende Zahlungen der Brauerei Wittinger, die bisher die Gastronomie im Kurhaus übernommen hatte. Auffallend findet die BfB-Politikerin auch die Steigerung der Energiekosten durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG).

Die Antworten überließ Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer dem Geschäftsführer der Kurgesellschaft und der Bad Bevensen Marketing (BBM), Uwe Winter. Zu den Energiekosten: „Das Kurhaus fällt nicht unter die Befreiung vom EEG.“ Zur Gastronomie: „Wittinger hat die ausstehenden Zahlungen geleistet, deshalb sind keine weiteren Kosten angefallen.“ Die Brauerei hatte vor kurzem – genauso wie zwei Bad Bevenser Gastronomen – den Pachtvertrag für das Kurhaus gekündigt (die AZ berichtete). Es würden derzeit Verhandlungen geführt, um einen neuen Pachtvertrag abzuschließen, so Winter. Er hofft, dass diese Woche ein Vertrag unterschrieben werden kann. Wer die Gastronomie kritisiere, so Winter, der müsse wissen, dass über 6500 Euro Nebenkosten anfallen, weil nie etwas saniert worden sei. „Über 15 Jahre wurde kein Cent in das Gebäude gesteckt“, monierte Winter. An 22 Stellen komme das Wasser durch das Dach.

Auch auf die Eintrittspreiserhöhung ging der Geschäftsführer der Kurgesellschaft ein: „Die Preiserhöhung stammt aus dem Jahr 2010.“ Ein so positives Ergebnis, wie das von 2011, habe es in der Zeit von 2008 bis 2010 nicht gegeben – trotz der Sanierung des Hallenbades. „Wir sind mittlerweile die preiswerteste Therme von dem, was wir bieten, in ganz Deutschland“, sagt Winter mit Blick auf die anderen Betriebe. Der Schritt, das alte Kurmittelhaus zu kappen, hätte laut Geschäftsführer schon vor Jahren gemacht werden müssen.

Im November hatte Winter öffentlich bekannt gegeben, dass das Kurmittelhaus geschlossen wird und die dort derzeit stattfindenen Behandlungen künftig in die Therme integriert werden sollen (die AZ berichtete). Laut Witta Alberternst, Gruppensprecherin der SPD/Grüne/WBB-Gruppe, sei damit ein Verlustgeschäft beendet. Die Unterstützung der Kurgesellschaft hält sie für „massive Wirtschaftsförderung. Steigende Gästezahlen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt Alberternst.

„Das Kurhaus ist das wichtigste Standbein der Wirtschaft in Bad Bevensen“, betont auch Jürgen Schliekau, Fraktionsvorsitzender der CDU. Wer mit der Zeit gehen wolle, müsse investieren. Für ihn heißt das große Vorhaben im nächsten Jahr die Sole- und Salz-Welt, deren Umsetzung, wie berichtet, im Rahmen der Thermenumgestaltung bereits im Januar kommenden Jahres starten soll.

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