Einsätze für Wehren / Viele umgekippte Bäume

Sturmtief „Ignatz“ wütet im Kreis Uelzen: Dach fliegt auf die Straße

Der erste Herbststurm richtete in Deutschland zahlreiche Schäden an.
+
Der erste Herbststurm richtete in Deutschland zahlreiche Schäden an.  
  • Gerhard Sternitzke
    VonGerhard Sternitzke
    schließen
  • Norman Reuter
    Norman Reuter
    schließen

Masbrock/Landkreis/Hannover – Der Herbst dreht auf: Sturmtief Ignatz ließ gestern orkanartige Böen übers Land wehen. Im Landkreis Uelzen flog in Masbrock östlich von Bad Bevensen ein rund 30 Quadratmeter großes Stück eines Scheunendachs durch die Luft.

Die Feuerwehr Masbrock-Havekost wurde um 8. 30 Uhr gerufen. Die Wellblechplatten waren samt Dachlatten auf der Kreisstraße nach Höver gelandet, wie die Feuerwehr berichtet. Ein Feuerwehrmitglied entfernte die Dachfläche mit dem eigenen Traktor von der Straße. Fünf Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Glück im Unglück: Als das Dach von der Scheune flog, befanden sich keine Autofahrer oder Fußgänger auf der Kreisstraße und dem angrenzenden Fußweg. Die Trümmer lagen am Ende einer Kurve. Trotzdem kam es zu keinem Unfall.

Nicht nur Bäume stürzten beim Sturm um.

Die Kreisstraßenmeisterei hat an verschiedenen Stellen im Landkreis umgestürzte Bäume und herabfallende Äste von Straßen schaffen müssen. Im Suderburger Raum war deshalb auch die Feuerwehr im Einsatz. Die Leitstelle berichtete, dass bei ihr etwa zehn sturmbedingten Meldungen eingingen. Damit kam die Region glimpflich davon, zumal auch der Bahnverkehr auf der Strecke Hamburg-Hannover ohne Störungen lief, wie Metronom-Sprecher Björn Pamperin auf AZ-Nachfrage mitteilte.

Der Sturm hatte Niedersachsen am frühen Morgen erreicht. Spitzenwindgeschwindigkeiten wurden in Hameln (Landkreis Hameln-Pyrmont) mit 90 Stundenkilometern und auf der Nordseeinsel Spiekeroog mit 100 Stundenkilometern registriert. Auf dem höchsten Berg Norddeutschlands, dem Brocken in Sachsen-Anhalt, erreichte der Sturm sogar Orkanstärke. Dort wurde am Donnerstagmittag eine Böe mit 151 Stundenkilometern gemessen, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Vor allem im Harz kippten zahlreiche Bäume um und versperrten einige Straßen, berichteten der Nationalpark, der davor warnte, Wälder im Harz und andernorts zu betreten.

In Wolfsburg stürzte ein Baum laut Polizei auf zwei geparkte Autos. Eine 20 Jahre alte Autofahrerin hatte dabei den Beamten zufolge großes Glück. Der Baum verfehlte demnach die Frau nur um wenige Zentimeter, als diese gerade aus ihrem Auto stieg. Ein Ast traf die Frau aber am Kopf – sie kam in eine Klinik.

An der Nordseeküste kam es nach Angaben des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zu einer leichten Sturmflut.

Berichte über Schwerverletzte oder größere Schäden blieben gestern landesweit aus. Auch am heutigen Freitag soll es stürmisch bleiben – dann vor allem an der Nordseeküste.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare