Rücktritt von Grünen-Politiker Volker Beck rückt Droge Crystal Meth ins Rampenlicht

Crystal Meth in Uelzen: „Wir haben das hier auch“

Uelzen. Nachdem der Grünen-Politiker Volker Beck in Berlin mit einer verdächtigen Substanz – nach ersten Vermutungen Crystal Meth – erwischt wurde, ist diese Droge Gesprächsthema.

Und es gibt sie auch in der Uelzener Drogenszene: „Wir haben das hier auch“, sagt Chefärztin Dr. Ulrike Buck von der psychiatrischen Klinik in Uelzen. Sie ordnet die Erfahrungen in der Suchtbehandlung aber auch ein, indem sie sagt: „Wir sind relativ verschont.“

Diese Einschätzung deckt sich mit denen von Zoll und Polizei, die mitteilen, mit Crystal Meth wenig zu tun zu haben. Bei den illegalen Drogen, so Zollsprecher Hans-Werner Vischer, sei Cannabis das größte Thema in Uelzen.

Martina Lapins, Leiterin der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention der Diakonie in Uelzen, teilt diese Auffassung: „Wir fragen seit letztem Jahr ganz konkret ab, welche Substanzen bereits genommen wurden. Drei Personen haben bisher angegeben, Crystal Meth probiert zu haben. Eine gab an, wegen Crystal Meth Beratung zu suchen.“ Zum Vergleich: 2015 hatte die Einrichtung allein 97 neue Beratungsfälle wegen Alkohol, 49 wegen Cannabis und 21 wegen Amphetaminen wie Ecstasy. Daten, die in ihrer Tendenz denen des Sozialpsychiatrischen Dienstes „Der Brücke“ entsprechen.

Dass Crystal Meth Uelzen weiter meidet, scheint dennoch fraglich. Während die Hauptprobleme von allen Gesprächspartnern in der Grenzregion zu Tschechien verortet werden, heißt es auch, dass die Substanz inzwischen vermehrt in Holland produziert werde und dass auch in Göttingen und im Harz größere Probleme bestünden. Wohl nicht umsonst ergänzen alle ihre Einschätzung, dass Chrystal Meth in Uelzen kein Thema sei mit dem Zusatz „noch“.

Von Steffen Kahl

Rubriklistenbild: © dpa

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