Gastronomie in der Krise

Coronavirus: Lockdown trifft die Betriebe im Landkreis Uelzen hart

Die Gastronomie soll auch in Niedersachsen wieder schrittweise geöffnet werden. Sitzen ab dem 11. Mai wieder Gäste im Holdenstedter Hof?
+
Die Gastronomie soll auch in Niedersachsen wieder schrittweise geöffnet werden. Sitzen ab dem 11. Mai wieder Gäste im Holdenstedter Hof?

Uelzen/Landkreis – Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg fordert in einer Pressemitteilung von der Politik schnelle Hilfen für das stark von den Folgen der Corona-Pandemie betroffene Gastgewerbe.

„Uns erreichen verzweifelte Anfragen, unseren Betrie- ben rennt die Zeit davon“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert.

Mit den beschlossenen steuerlichen Hilfen für die Gastronomie sei ein Anfang gemacht. „Klar ist aber auch, dass dies erst greift, wenn die Betriebe wieder öffnen dürfen – und bis dahin müssen sie überleben“, erklärt Zeinert. Nun wollen die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen tatsächlich Tourismus und Gastgewerbe schrittweise wieder hochfahren. So könnten Restaurants und Hotels möglicherweise – unter Auflagen – ab dem 11. Mai wieder öffnen.

„Jeder Cent bringt uns weiter“, sagt Christine Wegener von Wegeners Landhaus. „Was uns total runterhaut, ist, dass in unserem Saal gar nichts stattfindet.“ Ein erheblicher Teil des Umsatzes gehe dort verloren. „Alle Hochzeiten sind abgesagt oder um ein Jahr verschoben“, klagt die Klein Süstedterin. Die Hoteleinnahmen seien rund 75 Prozent niedriger als im gleichen Monat des vergangenen Jahres. Der Restaurantbetrieb sei außerdem eingestellt, ein Außerhausangebot gebe es nicht. „Wir sind hier auf dem Dorf, das würde nicht gehen“, weiß die Gastronomin. Nur eines helfe im Moment, sagt sie: „Sparsam leben.“ Und dann lacht sie.

Bis zu 80 Prozent Umsatzeinbußen habe der Holdenstedter Hof zu verzeichnen, verrät Küchenchef und Betreiber René Haaker. „Das hängt in unserem Hause ganz klar mit dem Saalgeschäft zusammen, das sonst jede Woche gebucht wird. Das tut natürlich richtig weh.“ Rund 500 Gäste verliere der Betrieb dadurch im Monat, erklärt Haaker. Ins kommende Jahr können die Veranstaltungen auch nicht verschoben werden, das sei schon ausgebucht. „Im Hotelbetrieb ist auch sehr wenig los. Ab und zu mal ein Monteur“, sagt der Gastronom. Das Außerhausgeschäft laufe aller- dings gut. „Da bin ich sehr zufrieden.“

René Haaker glaubt, dass Mitte des Monats tatsächlich wieder geöffnet werden darf. „Die Einschränkungen werden wie im Vorfeld bleiben. Die Frage wird sein, wie viele Personen an einem Tisch sitzen dürfen.“ Die Öffnung unter Auflagen sichere aber keineswegs den Fortbestand des Holdenstedter Hofs. „Ganz im Gegenteil. Wir haben dann wieder mehr Kosten, müssen die Leute aus der Kurzarbeit holen“, verweist der Fachmann auf die Probleme. Außerdem seien die Menschen verunsichert. „Alle haben Angst, sich irgendwo hinzusetzen.“

VON ANDREAS URHAHN

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare