Stadtgeschichte in Kartons

Coronavirus bremst Uelzener Museumsverein aus: Vorerst keine Schau zum Jubiläum

Stadtgeschichte in Kartons: Wann Ausstellungsstücke an der Bahnhofstraße zu sehen sein werden, ist derzeit unklar, wie Museumsleiter Ulrich Brohm (li.) und Museumsvereinsvorsitzender Otto Lukat erklären.
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Stadtgeschichte in Kartons: Wann Ausstellungsstücke an der Bahnhofstraße zu sehen sein werden, ist derzeit unklar, wie Museumsleiter Ulrich Brohm (li.) und Museumsvereinsvorsitzender Otto Lukat erklären.

Uelzen – Gut die Hälfte des Museumsinventars aus dem Schloss Holdenstedt hat bereits seinen Weg an die Bahnhofstraße gefunden. Museumsleiter Ulrich Brohm hat in den Räumen der ehemaligen Stadtsparkasse auch inzwischen sein Büro bezogen.

Und eigentlich wollte der Museums- und Heimatverein sich Anfang Juni mit einer Sonderausstellung zum Stadtjubiläum an seiner neuen Wirkungsstätte präsentieren. Der Verein wurde aber vom Coronavirus ausgebremst, wie Otto Lukat, seines Zeichens Uelzens ehemaliger Bürgermeister und Vereinsvorsitzender, erklärt.

Eine Eröffnung im Juni werde es nicht geben, sagt Lukat, und unklar sei aktuell auch, wann die Türen an der Bahnhofstraße dafür geöffnet werden können.

Für das Team zur Sonderausstellung sei es wegen der geltenden Beschränkungen auch schwierig zu arbeiten. „So sind wir schon zeitlich in Verzug“, erläutert Lukat. Zudem bleibe abzuwarten, wann Museen in Niedersachsen wieder öffnen dürften. Aktuell gilt für sie aus Gründen des Infektionsschutzes ein Öffnungsverbot.

Die Entwicklung trifft den Museumsverein finanziell. Die letzte Museumssaison im Schloss Holdenstedt endete im Herbst. Inzwischen wurde, wie berichtet, das Schloss verkauft. Wenngleich die Stadt dem Verein für die neuen Räume einen höheren Zuschuss bewilligte, die Einnahmen aus der Sondersschau ab Juni hatte der Verein fest eingeplant.

Otto Lukat macht keinen Hehl daraus, dass das eine schwierige Situation ist. „Das kann durchaus eine existenzielle Frage werden.“ Ulrich Brohm schildert, dass das Land nicht nur Corona-Hilfen für Künstler in Aussicht gestellt habe, sondern auch für kulturelle Vereine. „Ich warte auf Programme des Landes“, so der Museumsleiter.

Indes darf sich der Verein aber über eine finanzielle Spritze freuen, mit der es leichter für ihn wird, die Dauerausstellung an der Bahnhofstraße aufzubauen. 140 000 Euro wird er aus dem Leader-Förderprogramm erhalten. Sie sind zweckgebunden. Mit ihnen sollen zwei befristete Stellen geschaffen werden, wie Ulrich Brohm schildert.

Die beiden Kräfte sollen in Zusammenarbeit mit dem Museumsleiter die Ausstellung konzipieren und auch die Frage klären, wie Geschichtliches am besten vermittelt wird. Im Museum soll mit modernen Präsentationsarten gearbeitet werden. Es soll museumspädagogische Angebote für alle Altersgruppen geben. Ziel ist, möglichst viele Menschen in das Museum zu locken. „Die zentrale Lage ist dabei eine große Chance“, sagt Ulrich Brohm. Die Dauerausstellung soll ab 2022 zu sehen sein.

VON NORMAN REUTER

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