„Dicht an dicht“ im Schulbus

Corona-Pandemie: Westerweyher Mutter beklagt Zustände in der Schülerbeförderung

Schlangen beim Einsteigen und im Schulbus „dicht an dicht stehen“, das passe nicht zu den Corona-Abstandsregeln, findet eine Westerweyher Mutter.
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Schlangen beim Einsteigen und im Schulbus „dicht an dicht stehen“, das passe nicht zu den Corona-Abstandsregeln, findet eine Westerweyher Mutter.

Uelzen-Westerweyhe – Wenn nach der letzten Unterrichtsstunde der Schulgong ertönt, sprintet Katja* los: „Ich muss dann schnell laufen. Sonst komme ich gar nicht mehr in den Schulbus rein“, berichtet die Zwölfjährige, die die Kooperative Gesamtschule in Bad Bevensen besucht.

Die Busse seien immer sehr voll. Morgens, auf dem Weg zur Schule, sei es das Gleiche.

Bei der Schülerbeförderung im Landkreis Uelzen kommt es dazu, dass Busse bis zum Anschlag gefüllt sind, sodass an Bushaltestellen weitere Jungen und Mädchen gar nicht mehr mitgenommen werden. Die AZ berichtete ausführlich über Westerweyher Kinder, denen es so ergeht. Auch Katja lebt in dem Uelzener Ortsteil – sie und ihre Mutter beschäftigt aber noch etwas anderes.

Die Corona-Krise ist nicht ausgestanden. Zuletzt stiegen die täglichen Fallzahlen in Deutschland wieder. „Dann ist es brenzlig, wenn in den Bussen nicht Abstand zueinander gehalten werden kann“, findet Katjas Mutter. Aber wie soll das möglich sein, wenn die Busse so voll sind?

„Ich bin jetzt keine hysterische Mutter“, sagt sie. Aber die Lage beschäftige sie. Ihr Mann sei selbstständiger Unternehmer. Komme es zu einem Infektion, bedeute das den Quarantänefall und damit auch wirtschaftliche Folgen, sagt die Westerweyherin. In den Schulgebäuden gebe es Einbahnstraßenregelungen, „und im Bus sitzen und stehen die Kinder dicht an dicht“, so Katjas Mutter.

Der für die Schülerbeförderung zuständige Landkreis Uelzen räumt ein: „Der coronabedingte Mindestabstand – insbesondere zu Spitzenzeiten – ist im Öffentlichen Personennahverkehr nicht durchgängig einzuhalten.“ Aus diesem Grund habe das Land Niedersachsen auch die Maskenpflicht für Busse eingeführt.

Weil die Pandemie die gesamte Bundesrepublik betreffe, sei es auch nicht ohne Weiteres möglich, zusätzliche Busfahrer oder Fahrzeuge zu bekommen.

Die Regionalbus Braunschweig GmbH, die im Auftrag des Landkreises die Busse betreibt, berichtet, dass es hinsichtlich der Maskenpflicht Kontrollen gebe. „Notfalls wird die Fahrt erst fortgesetzt, wenn alle Fahrgäste eine Maske tragen“, so eine Sprecherin. In den Bussen würden zudem Kontaktflächen gereinigt.

Sicherlich sei es ein großer logistischer Aufwand, die Schülerbeförderung zu steuern, sagt Katjas Mutter. In der Corona-Krise seien aber Ideen gefragt, um das Infektionsrisiko zu minimieren. So könnten doch Schüler anstelle von Busfahrkarten auch Zugtickets erhalten. Das könnte die Situation verbessern. VON NORMAN REUTER *Name geändert

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