Trennwände sollen Fahrer schützen

Corona-Krise trifft Uelzens Taxi-Unternehmen: „Praktisch keine Fahrten mehr“

Trennwände wie diese Scheibe aus Plexiglas werden zwischen Taxi-Fahrer und Fahrgast angebracht, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Die Kunden werden gebeten, nur noch hinten einzusteigen.
+
Trennwände wie diese Scheibe aus Plexiglas werden zwischen Taxi-Fahrer und Fahrgast angebracht, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Die Kunden werden gebeten, nur noch hinten einzusteigen.

Uelzen/Suderburg – Eine Branche, die derzeit unter der Corona-Krise besonders leidet, sind die Taxi-Unternehmen.

In Uelzen geht eine Beförderungsfirma nun neue Wege und hat in seine Taxis Plexiglas hinter die Lehnen der beiden vorderen Plätze als Trennwände eingebaut, sodass die Fahrer keine Luft und gegebenenfalls Viren aus dem hinteren Bereich des Fahrzeugs abbekommen.

„Absolut safe geht es natürlich nicht“, sagt Andreas Hoffmann, Inhaber von Taxi und Mietwagen Schmidt. Außerdem werden die Fahrgäste gebeten, nur noch hinten einzusteigen. Hoffmanns Firma besitzt zwölf Taxis, sieben Mietwagen und 19 Festangestellte. Hoffmann: „In den vergangenen zwei bis drei Wochen ist uns mindestens die Hälfte des Umsatzes weggebrochen. Noch haben wir keine Kurzarbeit beantragt und versuchen, die Zeit bis zum 18. April zu überbrücken.“

22 Angestellte hat das Witt Taxi-Unternehmen in Uelzen. „Wir haben praktisch keine Fahrten mehr. Zwar ist eine kleine Reserve noch vorhanden, aber natürlich mache ich mir Gedanken“, sagt Witts Geschäftsführerin Claudia Witt.

„Die Situation stellt auch unser Unternehmen vor große Schwierigkeiten. Durch gewaltige Umsatzeinbußen stellen sich extrem finanzielle Probleme“, erklären Mano und Katja Erlebach vom Erlebach Taxi- und Mietwagenunternehmen in der Uhlenköperstadt. „Wir kämpfen täglich ums Überleben, möchten aber unsere Kunden, insbesondere diese, die uns gesundheitlich besonders brauchen, nicht im Stich lassen.“

Neben der aktuellen Problematik, dass es immer weniger Fahrgäste gebe, stört die beiden noch etwas anderes: „Wir sind enttäuscht über das Verhalten nahezu aller Krankenkassen. Diese zahlen ihre Rechnungen für Krankentransporte, die wir für ihre Mitglieder in ihrem Auftrag durchführen, gar nicht oder nur mit großen Verzögerungen. Das ist für uns unverständlich und stellt eine extreme Härte dar.“

Auch in Suderburg bei der Firma Mietwagen Gießel bemerkt Inhaberin Tina Rathing den Rückgang an Aufträgen. „Keine Schülerbeförderung mehr, keine Fahrten von Behinderten zu Behindertenstätten, keine Fahrten älterer Menschen in die Tagespflege, keine Fahrten zum Flughafen von Reisenden“, dies alles fehle Rathing. Eine Prognose, wie es für ihre Firma, die vier Angestellten und drei Aushilfen weitergehe, wagt sie derzeit noch nicht.

VON TIMO HÖLSCHER

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare