Fraktionen ohne konkrete Pläne für Zukunft des Gebäudes

Corona-Krise blockiert Planungen für altes Kreishaus

Das alte Kreishaus in Uelzen soll bis 2022 genutzt werden. Danach ziehen die Mitarbeiter in den Neubau, der derzeit an der Albrecht-Thaer-Straße entsteht.
+
Das alte Kreishaus in Uelzen soll bis 2022 genutzt werden. Danach ziehen die Mitarbeiter in den Neubau, der derzeit an der Albrecht-Thaer-Straße entsteht.

Uelzen/Landkreis – Was wird aus dem alten Gebäude der Kreisverwaltung an der Veerßer Straße, wenn der Neubau 2022 fertiggestellt ist?

Während die Uelzener Stadtverwaltung vorige Woche mit einem konkreten Vorschlag vorgelegt hat – das alte Gebäude abreißen und das Areal künftig für die Erweiterung der Ilmenau-Aue nutzen –, stehen die Fraktionen des Kreistags erst am Anfang ihrer eigenen Ideensammlungen für eine eventuelle weitere Nutzung.

„Wenn allerdings über eine Nachnutzung des Altbaus gesprochen werden sollte, stimmt etwas nicht“, betont Birgit Ohrenschall-Reinhardt, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag Uelzen: „Denn bislang argumentierte die Kreisverwaltung, dass das alte Gebäude nicht sanierungsfähig ist. Deswegen musste ja auch ein Neubau her.“

In ihrer Fraktion, so Ohrenschall-Reinhardt, sei über eine Nachnutzung des Areals noch nicht gesprochen worden: „Kommende Woche tagt der Kreisausschuss. Wir werden gespannt abwarten, was die Verwaltung den Fraktionen vielleicht in dieser Sache zu sagen hat.“

Wie berichtet, möchte die Stadt Uelzen das Areal, auf dem jetzt das alte Kreishaus steht, gern in ein städtebauliches Förderprogramm aufnehmen lassen, um die Ilmenau-Aue als grüne Lunge der Innenstadt zu vergrößern und aufzuwerten. Die Einschätzung der Stadtverwaltung Uelzen mit Blick auf das alte Gebäude der Kreisverwaltung aus den 50er-Jahren: Zu Sanieren ist am Altbau nichts mehr, ein Abriss ist naheliegend.

Die Kreisverwaltung selbst indes hält sich bedeckt, man wolle erst den Umzug in den Neubau abwarten, bevor Pläne für das alte Gebäude gemacht würden.

„Es gibt noch nichts Festes“, erklärt auch SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender Andreas Dobslaw. Die Gesellschaft für Wohnungsbau im Landkreis Uelzen, die GWK, habe einmal den Vorschlag gemacht, auf dem Areal Wohnbebauung zu schaffen: „Aber durch Corona ist ohnehin alles ins Stocken geraten. Im Moment gibt es aber auch wirklich andere Schwerpunkte. Im Grunde ist es gut, dass wir noch keine Entscheidung auf dem Tisch haben. Wir wissen ja nicht, wie wir finanziell aus der Corona-Krise herauskommen“, so Dobslaw. Noch gebe es in Sachen Zukunft des Altbaus nichts zu diskutieren: „Wir müssen erst einmal ins Brainstorming einsteigen und Ideen sammeln. Aber dieser Prozess läuft.“

„Wir haben noch keine weiteren Denkansätze verfolgt“, erklärt Hans-Heinrich Weichsel, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag: „Das hat ja noch etwas Zeit. Und es gibt im Vorfeld noch sehr viele Überlegungen anzustellen, unter anderem müssen die Kosten für den Abriss ermittelt werden. Aber eins steht fest: Es ist ein attraktives Grundstück in einer guten Lage. Da wird auch eine gute Lösung für gefunden werden.“

VON MICHAEL MICHALZIK

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare