Zahl der Corona-Infektionen schnellt im Landkreis an brisanten Orten hoch

UPDATE: Corona: Entwarnung für das Alten- und Pflegeheim Rosengarten in Ebstorf

65 Bewohner der „Residenz Rosengarten“ in Ebstorf sowie die Mehrzahl der 58 Mitarbeiter wurden nach einem positiven Fall auf das Coronavirus getestet.
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65 Bewohner der „Residenz Rosengarten“ in Ebstorf sowie die Mehrzahl der 58 Mitarbeiter wurden nach einem positiven Fall auf das Coronavirus getestet.

Uelzen/Landkreis – UPDATE vom 9. November: Nachdem in der vergangenen Woche ein Bewohner des Alten- und Pflegeheims Rosengarten in Ebstorf von einem Infektionsfall betroffen war, kann nun Entwarnung gegeben werden.

Durch das Gesundheitsamt wurde sowohl das gesamte Pflegepersonal sowie alle Bewohnerinnen und Bewohner auf das Coronavirus getestet. Alle Tests waren negativ.

(Erstmeldung): Freitagmittag standen 20 Corona-Neuinfektionen für den Landkreis Uelzen binnen 24 Stunden zu Buche. Am Morgen waren es deren fünf gewesen.

Darunter war auch der positive Fall aus der „Residenz Rosengarten“ in Ebstorf, der dem Pflegeheim selbst bereits Donnerstag bekannt war.

Vor dem inzwischen komplett für Besucher geschlossenen Haus sprach die AZ mit Einrichtungsleiterin Daniela Weißenborn. Die war merklich überrascht bis geschockt. Denn: „Zusammen mit allen 66 Bewohnern und den wirklich sehr verständnisvollen Angehörigen sind unsere Mitarbeiter bisher sehr gut durch diese schwere Zeit gekommen. Unser Hygienekonzept hat hervorragend funktioniert. Umso unschöner ist jetzt diese Situation.“ Etwa 45 der insgesamt 58 Beschäftigten des Hauses wurden am Freitagnachmittag von Mitarbeitern des Gesundheitsamtes Corona-Tests unterzogen. Gleiches gilt für alle Bewohner des Pflegeheimes, obwohl der jetzt Infizierte wohl nur wenige Kontakte außerhalb seines Zimmers pflegte. Insofern scheint nicht ausgeschlossen zu sein, dass eine feste Kontaktperson des Mannes als Überträger des Virus in Frage kommt. Auch diese wurde nach AZ-Informationen getestet. Alle Besuchstermine wurden abgesagt, mögliche Kontaktpersonen im Haus isoliert. „Wir haben natürlich Angst um unsere Bewohner und Sorge um unsere Mitarbeiter“, kann Daniela Weißenborn nur hoffen, dass die Testergebnisse in der stationären Pflegeeinrichtung negativ ausfallen. Das war zuvor immer der Fall gewesen – auch bei sämtlichen Bewohnern, die im Krankenhaus behandelt worden waren.

Die 7-Tage-Inzidenz für den Landkreis ist nach Berechnungen unserer Redaktion im Tagesverlauf von 27,1 am Freitagmorgen durch die neuen 20 Fälle auf 37,9 gestiegen. Drei der neu Betroffenen waren bereits in Quarantäne. In Summe gilt das jetzt für 190 Menschen. 53 Personen sind akut infiziert, 35 davon in der Hansestadt Uelzen. Hier der Stand vom 7. November, 13 Uhr.

Die Arbeit des Gesundheitsamtes Uelzen/Lüchow-Dannenberg in Sachen Kontaktverfolgung geht am Wochenende mit Hochdruck weiter. Sorge bereitet den Verantwortlichen um Landrat Heiko Blume vor allem, dass bis zu sechs Schulen im Kreis betroffen sein könnten.

Kommentar: Transparenz und Konsequenz, bitte!

Die nackten Zahlen der offiziellen Stellen zu Neuinfektionen und 7-Tage-Inzidenzen sind die eine Sache, das Bauchgefühl ist die andere. Und wenn es danach geht, dann entwickelt die Corona-Pandemie im Landkreis Uelzen aktuell eine Dynamik, die zwar für den Zeitpunkt x zu befürchten war, die aber noch weit weg schien. Immer wieder gab es Tage mit keiner oder nur einer neuen Infektion. Jetzt aber gab’s am Mittwoch zwölf und gestern 20 neue Fälle. Dass die mehrere Schulen und erstmals auch ein Pflegeheim direkt betreffen, muss auch den letzten (Zweck-) Optimisten warnen. Eigenverantwortung ist das Gebot der Stunde. Wer jetzt nicht erkannt hat, dass die Aufforderung zur Reduzierung der privaten Kontakte alternativlos ist, dem ist nicht zu helfen. Und die bestimmt nah am Leistungslimit agierenden Behörden sind dringend aufgerufen, transparent, konsequent und überall gleich zu handeln, um kein Vertrauen zu verspielen.

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