Sondersitzung des Kreistages ist abgesagt

Corona bremst erneut Schuldebatte im Landkreis Uelzen aus

Coronavirus – Unterricht in einer Schulklasse
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Nicht nur der Schulbetrieb wird durch Corona durcheinandergewirbelt. Die Pandemie hat auch Folgen für die Debatte darüber, wie künftig die Schullandschaft aussehen soll.
  • Norman Reuter
    vonNorman Reuter
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Die Frage, wie zukünftig die Schullandschaft im Landkreis Uelzen aussehen soll, bleibt weiter unbeantwortet. Die für den 11. Mai geplante Sondersitzung, bei der geklärt werden sollte, ob die Schulen in ihrer bisherigen Form bestehen bleiben oder aber beispielsweise eine Integrierte Gesamtschule entsteht, ist abgesagt worden. Die Entscheidung fiel vor dem Hintergrund der Corona-Lage. 

Uelzen/Landkreis – Wie wird die Schullandschaft im Landkreis Uelzen zukünftig aussehen? Diese Frage bleibt weiter unbeantwortet. Die für Dienstag, 11. Mai, geplante Sondersitzung des Kreistages, bei der sich die Gewählten mit der Schullandschaft befassen wollten, ist abgesagt worden.

An diesem Tag sollte eigentlich im dritten Anlauf eine Entscheidung darüber fallen, ob zunächst die weiterführenden Schulen in ihren bisherigen Formen weiter bestehen bleiben oder aber beispielsweise eine Integrierte Gesamtschule (IGS), die es so noch nicht im Landkreis gibt, aufgebaut wird. Entsprechende Anträge der Kreispolitik liegen vor.

Das Thema betrifft Eltern, Schüler und Lehrer. In der Vergangenheit ist es breit diskutiert worden. Weil auch bei der Sitzung des Kreistages ein entsprechendes Interesse erwartet wird und seitens der Politik noch Diskussionsbedarf besteht, ist eine reine Online-Veranstaltung nur schwer vorstellbar, wie es aus den Reihen der Gewählten und aus der Kreisverwaltung heißt. Und bei einer Präsenzveranstaltung, erklärt Kreissprecherin Dr. Julia Baumgarten, drohten womöglich im Nachgang, sollte einer der Teilnehmer positiv auf Corona getestet werden, umfangreiche Quarantäne-Anordnungen. „Nach aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) wären dann alle unter Quarantäne zu stellen“, so Baumgarten.

Das RKI hatte zu Beginn des Monats erklärt, dass inzwischen die britische Virusmutation B.1.1.7 in Deutschland vorherrschend sei. Und diese sei deutlich ansteckender. Aufgrund der Empfehlungen des RKI waren dann zuletzt nach einer Sitzung des Roscher Samtgemeinderates und eines positiv getesteten Mitglieds alle Teilnehmer für 14 Tage unter Quarantäne gestellt worden.

Angesichts der Gemengelage wurde gestern der Kreistag abgesagt. Hans-Heinrich Weichsel ist Vorsitzender CDU-Fraktion im Kreistag und auch Mitglied des Roscher Samtgemeinderates. Es war ein Zufall, dass er wegen eines anderen Termins nicht an besagter Sitzung teilnahm und damit auch nicht in Quarantäne musste. Es sei nicht zu verantworten, dass Menschen 14 Tage in Quarantäne müssten und womöglich nicht arbeiten könnten, sagt er. Und eine reine Online-Sitzung als Alternative könne er sich gerade bei diesem Thema, bei dem es viele Interessierte gebe, nicht vorstellen. „Das ist bei dieser Frage, wo es viel Austausch geben soll, nicht zielführend“, meint Weichsel.

Gerade bei der Schulfrage sei es enorm wichtig, Öffentlichkeit zuzulassen, sagt gestern Jan Henner Putzier, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion. Gleichwohl müsse es sicher zugehen in der Sitzung. Insofern könne er die Absage des Kreistages nachvollziehen.

Ursprünglich sollten die Beratungen zur Schullandschaft schon in der Dezember-Sitzung erfolgen, wurden aber abgesetzt, um nicht zu lange tagen zu müssen. Seinerzeit wurde auch der Etat beraten. Eine für Februar angesetzte Sondersitzung des Kreistags wurde letztlich wegen der Infektionslage abgesagt, nun erfolgte die Absage des Mai-Termins. Nach regulärem Sitzungsplan kommt der Kreistag am 20. Juli wieder zusammen – gut acht Wochen vor der Kommunalwahl, bei der auch ein neuer Kreistag, womöglich mit anderen Mehrheiten, gewählt wird.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass noch der alte Kreistag zu einer Entscheidung in der Schulfrage kommt? „Wenn es möglich ist, sollte es noch vor der Wahl entschieden werden“, so Weichsel. Putzier sagt: „Ich finde, der alte Kreistag sollte das noch beschließen.“ Markus Jordan, Vorsitzender der Grünen-Fraktion, meint: Die bisherige Entwicklung mache es zunehmend unwahrscheinlicher, dass der alte Kreistag noch zu einem Ergebnis komme.

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