„Das ist beklemmend“

Corona-Ausbruch in Holdenstedt: Was macht das mit dem Ort?

Der Uelzener Ortsteil Holdenstedt steht für den jüngsten Corona-Ausbruch im Landkreis. Eine Großfamilie ist betroffen.
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Der Uelzener Ortsteil Holdenstedt steht für den jüngsten Corona-Ausbruch im Landkreis. Eine Großfamilie ist betroffen.

Uelzen-Holdenstedt – Zwei Heideflüsse, ein Schloss und viel Natur. Dafür ist Holdenstedt bekannt. Aktuell steht der Uelzener Ortsteil, in dem 2118 Menschen leben, für den jüngsten Corona-Ausbruch im Landkreis Uelzen.

Eine osteuropäische Großfamilie, die in Holdenstedt lebt, ist betroffen. Dass das Virus in ihrem Ort angekommen ist, geht nicht spurlos an den Holdenstedtern vorbei.

„Es ist beklemmend“, sagt eine Frau im AZ-Gespräch, die gestern Mittag für einen Einkauf in den Ortskern von Holdenstedt gekommen ist. Sie habe sich in Uelzen eigentlich immer sicher gefühlt – die Infektionszahlen seien ja niedrig gewesen.

Nach einem Ausbruch im Frühjahr, als das Virus Deutschland „eroberte“, verharrte im Landkreis Uelzen die Infektionszahl ab Ende April bei 43, alle Erkrankten waren zwischenzeitlich auch genesen. Jetzt ist die Lage wieder eine andere. Und die Holdenstedter treibt die Frage um: Wie kam das Virus in ihren Ort?

Ortsbürgermeister Erwin Reitenbach berichtet von Gesprächen mit Holdenstedtern, die von ihm mehr über die Lage wissen wollten, ihre Besorgnis zum Ausdruck brachten und immer wieder auch die Frage stellten: Wie ist es zur Infektion gekommen? Der Landkreis hat dazu bisher keine Angaben gemacht.

Die Nachricht, dass Holdenstedter Bewohner von einer Infektion betroffen sind, habe im Ort schnell die Runde gemacht, weiß Reitenbach zu berichten. Es habe einen Eintrag bei Facebook gegeben, durch den sich die Nachricht in Holdenstedt verbreitet habe. Er selbst bekommt die neuesten Entwicklungen über die Stadtverwaltung mitgeteilt, berichtet der Ortsbürgermeister.

Der Ortskern von Holdenstedt ist Treffpunkt für Bewohner und jene, die etwas besorgen wollen. Einkaufsläden sind dort zu finden. Dem Vernehmen nach hat sich das Einkaufsverhalten verändert, nachdem bekannt wurde, dass es zu einem Ausbruch im Ort gekommen ist. In Zeiten, in denen für gewöhnlich viel los war, ist es nun ruhiger. Die Einkäufe verteilen sich nun mehr. Eine Holdenstedterin sagt gestern auf dem Parkplatz: Sie überlege jetzt wieder genauer, was sie wann und wie brauche. „Durch den Ausbruch ist das jetzt viel mehr im Bewusstsein.“ VON NORMAN REUTER

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