Busbetreiber hat Raucher und Esser im Fokus

Corona-Aktionstag in Uelzen: Wenn die Maske der Kippe weicht

Jan Hackbarth von den Uelzener Stadtwerken, Kai Karl vom Landkreis und Alexander Siems von der RBB (von links) waren gestern im Rahmen des bundesweiten Aktionstages zur Einhaltung der Maskenpflicht im ÖPNV im Einsatz.
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Jan Hackbarth von den Uelzener Stadtwerken, Kai Karl vom Landkreis und Alexander Siems von der RBB (von links) waren gestern im Rahmen des bundesweiten Aktionstages zur Einhaltung der Maskenpflicht im ÖPNV im Einsatz.
  • Daniel Bieling
    vonDaniel Bieling
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Uelzen – Viel los war gestern Vormittag nicht am Uelzener Busbahnhof.

Und doch waren Verantwortliche der Regionalbus Braunschweig GmbH (RBB), des Landkreises Uelzen und der Stadtwerke unermüdlich im Einsatz, um die Fahrgäste im Rahmen des bundesweiten Aktionstages zur Einhaltung der Mund-Nasen-Bedeckungspflicht im ÖPNV zu sensibilisieren – aber auch, um denjenigen zu danken, die sich strikt an die Maskenpflicht halten.

„Die Mehrheit der Menschen hat Verständnis dafür“, meint Jan Hackbarth, Prokurist der Uelzener Stadtwerke, die für den Busbetrieb zuständig sind. Und auch Alexander Siems von der RBB betont, dass es kaum Schwierigkeiten gebe.

Für das Tragen einer Maske müsse man dennoch sensibilisieren und so weist das Team innerhalb von 45 Minuten vier Fahrgäste auf die Maskenpflicht hin – einer davon kann ein Attest vorlegen, das ihn von der Pflicht befreit. Alle anderen reagieren mit Verständnis. „Bei manchen ist es immer noch nicht ganz angekommen“, sagt Hackbarth. Und Kai Karl vom Landkreis Uelzen betont: „Die Maskenpflicht gilt schon an der Haltestelle. Da gibt es keine Ausnahme.“

Dass nicht alle Fahrgäste immer so verständnisvoll reagieren, zeigt ein Beispiel aus Uelzen, von dem Alexander Siems zu berichten weiß. So sei ein Busfahrer, nachdem er einen Fahrgast auf die Maskenpflicht hingewiesen habe, von diesem geschlagen und bespuckt worden. „Das war aber ein absoluter Einzelfall“, betont Siems. Die Fahrer seien in solchen Fällen dazu angehalten, nicht aggressiv, sondern beschwichtigend zu agieren, die Leitstelle zu informieren und die Polizei zu verständigen. Dies sei auch unabhängig von Corona ein Thema, das schon in der Ausbildung vermittelt werde.

Bußgelder für Personen, die keine Maske tragen, wolle man nach Möglichkeit nicht verhängen, schildert Siems weiter. Stattdessen sollen die Fahrer den jeweiligen Fahrgast auf sein Fehlverhalten hinweisen und bei Bedarf sogar eine Maske anbieten.

Dabei seien es vor allem die Raucher, die an die auch an den Haltestellen geltende Maskenpflicht erinnert werden müssten, erklärt Alexander Siems. Diese sollten sich dann einfach ein paar Meter zur Seite begeben. Doch es komme auch immer wieder vor, dass Schüler beim Warten auf den Bus noch schnell etwas essen wollten und dafür die Maske abnehmen würden.

Wie zum Beweis taucht ein Jugendlicher mit einer Tüte Pommes am Busbahnhof auf. Einen kurzen Hinweis der Kontrolleure später wechselt er klaglos die Straßenseite.

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