Unternehmer Marvin Großkrüger: „Wir reaktivieren schon jetzt alle Pläne“

Comeback der Bürgertests? In Uelzen laufen Vorbereitungen

Laut Marvin Großkrüger könne er auch schnell wieder Drive-ins für Testungen einrichten.
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Laut Marvin Großkrüger könne er auch schnell wieder Drive-ins für Testungen einrichten.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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Kostenlose Corona-Tests soll es voraussichtlich ab kommender Woche wieder geben. In Uelzen bereitet man sich darauf bereits vor.

Uelzen/Landkreis – Seit dem 11. Oktober sind die Corona-„Bürgertests“ nicht mehr kostenlos, jetzt stehen die Zeichen angesichts der dramatischen Entwicklung der Infektionszahlen auf Rolle rückwärts – schon ab kommender Woche (siehe Seite 1 und Thema des Tages). Was bedeutet das für den Landkreis Uelzen, in dem es zu Höchstzeiten rund zwei Dutzend feste Teststationen gegeben hatte?

Ganz grundsätzlich gilt: Laut Entwurf der Testverordnung dürfen Ärzte, Apotheken und aktuell bestehende Teststellen auch künftig diese Antigentests durchführen. Neue Anbieter aber sollen nur sehr begrenzt dazu kommen. Der Verordnungsentwurf sieht vor, dass nur Sanitätshäuser und Drogerien neu beauftragt werden können. Im Klartext: Wer seine Beauftragung durch das Gesundheitsamt hat auslaufen lassen, bekommt keine neue. Nur wer eine solche hat, kann seine Leistungen mit der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung abrechnen.

„Vielleicht kann es ja schon am Montag losgehen. Ich bin sehr gespannt, was das nächste Woche mit uns macht. Wir reaktivieren schon jetzt alle Pläne für die Testungen in den Betrieben – 99,9 Prozent der Firmen, die zu Bürgertest-Zeiten unsere Kunden waren, wollen, dass wir jetzt wiederkommen. Sie haben alle Angst“, erklärt Marvin Großkrüger, der an der Gudesstraße und an der Celler Straße Teststationen unterhält.

Die Öffnungszeiten dort hat er zuletzt mit Blick auf die Nachfrage und seine Kosten zurückgefahren. „In der Gudesstraße haben wir im Schnitt täglich noch 50 Tests durchgeführt, an der Celler Straße 30 bis 40“, sagt er. Wer sich testen lässt, muss heute in der Regel 11,50 Euro für den Antigentest bezahlen – wenn er nicht zu den Gruppen zählt, für die die Kosten noch übernommen werden.

Und nun? „Wenn die Lage es erfordert, können wir innerhalb eines Tages auch wieder ,Drive-Ins‘ aufmachen. Das Lager ist voll mit dem entsprechenden Material. Unsere Öffnungszeiten können wir sofort wieder ausweiten“, berichtet Großkrüger, der die aktuelle Lage als logische Konsequenz jüngster politischer Entscheidungen ansieht: „Wir kriegen jetzt die Quittung dafür, dass die kostenlosen Tests abgeschafft worden sind. Denn als es die noch gab, haben sich auch Geimpfte etwa in den Betrieben mittesten lassen.“

Der DRK-Kreisverband Uelzen hatte Anfang April in Absprache mit den Kommunen ein mobiles Test-Angebot etabliert. Entsprechende Logistik – ein Abrollcontainer auf dem Albrecht-Thaer-Gelände sowie ein Zelt samt Bauwagen in Bienenbüttel – waren Ende Juni zurückgebaut worden, als die Inzidenz sank und weniger Menschen zum Testen kamen. Man werde bei Bedarf das Angebot wieder einführen, hieß es vor viereinhalb Monaten. Und nun? „Sollte ab Montag ein kostenloses Testangebot für Bürger zur Verfügung gestellt werden, wird das DRK sich vorerst nicht an den Testungen beteiligen. Selbstverständlich werden wir die Lage und die Situation im Blick behalten. Sollten die vorhandenen Testkapazitäten nicht ausreichend sein, werden auch wir wieder helfend zur Stelle sein“, teilte das DRK ohne Angabe von Gründen mit. Der Kreisverband war für den Betrieb des Impfzentrums in der Stadthalle Uelzen verantwortlich und stellt aktuell auch die beiden mobilen Impfteams im Landkreis. Für diese sucht das DRK derzeit aktiv nach Personal.

Teststellen im Landkreis

Der Landkreis Uelzen führt auf seiner Internetseite www.landkreis-uelzen.de eine Übersicht der Teststellen – gelistet sind neben den beiden in Uelzen sieben Apotheken. Außerdem verweist der Kreis auf www.arztauskunft-niedersachsen.de, wo sämtliche Ärzte abrufbar sind, die Corona-Testungen anbieten.

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