Abenteurer auf dem Flugplatz: Barnsener Pilot Andreas Scheerer flog mit eigener Columbia 400 von Uelzen nach Afrika

Im Cockpit zum „Kap der guten Hoffnung“

Held der Lüfte: Andreas Scheerer in seiner Maschine, in der er das Abenteuer Afrika wagte. Fotos: Privat

moja Barnsen/ Kap der guten Hoffnung. Andreas Scheerer, im Privatleben erfolgreicher Kaufmann aus Behren, erfüllte sich einen langjährigen Traum und flog mit seinem Flugzeug von Uelzen zum Kap nach Südafrika.

Ursprünglich wollte er sich bei einem internationalen Fliegertreffen in Graz von Afrikafliegern inspirieren lassen, doch fand Scheerer schnell Gleichgesinnte, die sich mit Insiderwissen eindeckten und zusammen eine Route planten.

Nach notwendigen Impfungen und mit ausreichendem Kartenmaterial versorgt, starteten sie mit mehreren Flugzeugen in Richtung Afrika. Es ging über Osteuropa in den Süden. Während starker Schneefall bis nach Bulgarien eine Landung unmöglich machte, waren diese Anfangsschwierigkeiten spätestens in der saudiarabischen Wüste vergessen. „Es ist kurios, zu wissen, das Frauen in diesem Land als Verkehrspilotinnen arbeiten können, aber es gesetzlich für sie verboten ist, Auto zu fahren“, meint Scheerer kopfschüttelnd und weist darauf hin, wie unterschiedlich das kulturelle Reglement in den verschiedenen Ländern ist.

Doch jedes Land hat seinen eigenen Reiz und nach vielen eindrucksvollen Flugstunden, landeten sie am Fuß des Kilimandscharo in Tansania und fühlten sich in die Welt von Hemingway versetzt. Hier gönnten sich die Piloten ein paar Tage Auszeit im Nationalpark. Sie genossen die afrikanische Tierwelt von oben mit spektakulären Tiefflügen über der Steppe. „Wir brachten ein paar Elefanten in Schwung“, meint Scheerer schmunzelnd und hebt beschwichtigend die Hände, „natürlich haben wir die Sicherheitsabstände eingehalten. Darauf wird in den Parks großen Wert gelegt.“

Die Tierherden haben es den Fliegern angetan und so gönnten sie sich den Umweg über Ruanda, um Gorillafamilien in den Virunga-Bergen zu besuchen. Nach beeindruckenden Begegnungen mit diesen imposanten, aber äußerst friedfertigen Tieren ging es über den Kongo und Sambia zu den Sümpfen des Okawango-Deltas in Botswana. Obwohl auch hier die eindrucksvolle Natur zum Bleiben einlud, zog es die Abenteurer weiter zum „Kap der guten Hoffnung“. Der berühmte Tafelberg war schon beim Anflug von Weitem zu erkennen und wurde von der riesig bebauten Stadt eingerahmt. Die Stadt, so anders als die Naturschönheiten der Tage zuvor, wurde erstmal per „Sightseeing“ erobert. Neben den unendlichen Armutsvierteln gibt es an der Küste wunderschöne Hafenviertel. Der Weg zurück nach Hause sollte ein anderer sein und ein Zwischenstopp an den Viktoria-Wasserfällen wurde eingebaut. Der breiteste Wasservorhang der Welt verbindet die Grenze von Simbabwe und Sambia. Quer durch Tansania ging es dann an den Indischen Ozean nach Sansibar. Diese Insel, geprägt von vielen Kulturen, zeigte seine DDR-Bauten ebenso wie seine orientalischen Märkte bis zu den Sklavenverliesen. „Sansibar habe ich mir eher mondän und wohlhabend vorgestellt“, gab Scheerer seine Eindrücke wieder, „doch wirkte es eher ärmlich.“

Für die Weiterreise hatten sie sich eine andere Route ausgeguckt, doch ist man mit dem eigenen Flugzeug auf Einflugfreigaben angewiesen, die nicht wie erwartet kamen, da war, wie so oft, Abenteuergeist und Flexibilität gefragt. Die 26 706 Kilometer in 80 Flugstunden mit der eigenen einmotorigen Columbia 400 waren jedoch eine tolle Zeit, über die Andreas Scheerer gerne am Tag der offenen Tür, 17. Mai, Himmelfahrt auf dem Flugplatz Barnsen erzählen wird.

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