Kuechler-Kakoschke wechselt ins Jobcenter Hannover

Chefin über 1400 Mitarbeiter

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Kerstin Kuechler-Kakoschke wollte nach der Fusion nicht die Führung der gemeinsamen Agentur Lüneburg-Uelzen übernehmen. Sie wechselt schon zum 10. April nach Hannover.

Uelzen. Monatelang haben Kommunal- und Bundespolitiker versucht, eine Fusion der Uelzener Agentur für Arbeit mit dem Lüneburger Standort zu verhindern.

Dennoch ist im Vorstand der Bundesagentur die Entscheidung für einen Zusammenschluss gefallen – die Zukunft der Uelzener Agenturleiterin Kerstin Kuechler-Kakoschke war daraufhin zunächst ungewiss. Jetzt steht es fest: Die bisherige Chefin von 400 Mitarbeitern wechselt in die Landeshauptstadt.

Am 10. April wird Kuechler-Kakoschke Geschäftsbereichsleiterin und stellvertretende Geschäftsführerin des Jobcenters Region Hannover, zu dem 1400 Mitarbeiter zählen. „Das Jobcenter ist das zweitgrößte in der Bundesrepublik“, berichtet die 46-Jährige. Der Standort ist zuständig für 62 000 Bedarfsgemeinschaften und 80 000 Leistungsempfänger nach dem Sozialgesetzbuch II.

„Es ist eine sehr persönliche Entscheidung von mir gewesen“, sagt Kuechler-Kakoschke. Sie habe sich gegen einen Wechsel nach Lüneburg entschieden, da sie mit ihrer Familie in Braunschweig wohnt. Ein Umzug stand außer Frage, und „bis nach Lüneburg hätte ich nicht mehr täglich pendeln können“.

Die Leitung dieses Agenturbezirks wird nun nahtlos kommissarisch Bernd Passier übernehmen, der seit 2004 schon Chef des Lüneburger Bezirks ist. Der Service-Bereich für Arbeitgeber und Arbeitnehmer soll weiterhin in Uelzen bleiben. Ab dem 1. Oktober wird die fusionierte Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen die Landkreise Harburg, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg und Uelzen umfassen, der Heidekreis Soltau wird Celle zugeordnet. Die endgültige Berufung zum Vorsitzenden der Geschäftsführung erfolgt im Herbst, wenn der Verwaltungsausschuss der Arbeitsagentur Lüneburg-Uelzen seine Arbeit aufgenommen hat.

Passier wird sich mit den unterschiedlichen Strukturen der Landkreise auseinandersetzen müssen. Die Arbeitslosenquote in den Kreisen Lüneburg (6,8 Prozent) und Harburg (5,8 Prozent) liegt deutlich unter der von Lüchow-Dannenberg (11,6 Prozent) und Uelzen (8,1 Prozent). Auch bezüglich Demografie sind Unterschiede zu erkennen. So ist die Differenz zwischen Zu- und Abwanderung der 14- bis 25-Jährigen für Lüneburg ausgeglichen, während aus Uelzen 2,1 Prozent und Lüchow-Dannenberg 6,7 Prozent mehr junge Menschen weggehen als herziehen. Bernd Passier sieht in diesen Unterschieden „die Chance, voneinander zu profitieren und gemeinsame Projekte auf die Beine zu stellen“.

Von Diane Baatani

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