Nachfolge für Bürgermeister Lukat: SPD-Vorstand ist unterschiedlicher Meinung

Chef-Karussell dreht sich

Uelzen. Die Frage nach dem Nachfolger von Uelzens Bürgermeister Otto Lukat beginnt, die Politiker-Gemüter zu bewegen. Intern werden in einigen Parteien bereits Gespräche über mögliche Kandidaten geführt.

„Wir haben das Thema grob angedacht“, sagt Ute Chlechowitz, Vorsitzende des Uelzener SPD-Ortsvereins. Ob etwa SPD-Fraktionsvorsitzender Ralf Munstermann oder der parteilose Erste Stadtrat Jürgen Markwardt tatsächlich für eine Kandidatur zur Verfügung stehen, ist noch offen. Munstermann will sich nicht dazu äußern. Ute Chlechowitz sagt: „Der Eine überlegt, der Andere überlegt und dann werden wir ins offene Gespräch gehen. “ Grundsätzlich ausgeschlossen sei ein parteiloser Kandidat nicht, aber ob es richtig wäre, jemanden auf die Liste zu setzen, der nicht Mitglied in der SPD sei, müsse durchdacht werden, findet sie. „Da sind wir auch im Vorstand sehr unterschiedlicher Meinung. “ Möglicherweise werde es auf der nächsten Vorstandssitzung besprochen.

Die CDU möchte sich noch nicht in die Karten schauen lassen. Nach Angaben des Vorsitzenden dieser Stadtratsfraktion, Stefan Hüdepohl, kämen mehr als zwei Namen infrage. Wer beruflich solch ein Risiko eingehen wolle oder könne, vermag er noch nicht bekanntzugeben. Ein parteiloser Kandidat sei für die Union keine Option. „Die CDU wird auf alle Fälle einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten haben“, ist sich der Vorsitzende des Stadtverbandes, Karsten Jäkel, sicher.

Während sich Grünen-Ratsfrau Ariane Schmäschke nach eigener Aussage erst nach den Bundestagswahlen mit dem Thema befasst, kommt eine weitere Person ins Gespräch: Burkhard Schorling, Gruppenvorsitzender von WIR für Uelzen/Piratenpartei/RRP/Bündnis 21, wägt ab: „Reizen würde es mich schon“, sagt er, „aber mit diesem Amt hat man nur wenig Freizeit.“ Verwaltung sei auch aktuell sein Fachgebiet, und Ideen hätte er für die Amtszeit: „Ich würde alles auf den Prüfstand stellen, da gibt es einiges bei den Geldausgaben zu monieren“, erklärt er. Trotzdem: Bei dem Amt „gehört schon viel Schmerzfreiheit dazu“, weiß er.

Im August wird die Landesregierung über eine Verkürzung der Amtszeit von acht auf fünf Jahre beraten, anschließend stehen voraussichtlich auch die Bedingungen fest – ein Aspekt, der die Politiker noch nachdenklich macht. Fest steht aber: Lukat selbst will sich 2014 nicht noch einmal zur Wahl stellen, erklärte er auf AZ-Nachfrage.

Von Diane Baatani

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