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Kommentar: Chaotische Verhältnisse bei Einführung der Gelben Tonne im Kreis Uelzen

Diese gelbe Tonne, aufgenommen in Uelzen, quillt über. Das kann passieren, wenn die Firma RMG den Haushalten nicht genügend Tonnen zur Verfügung stellt.
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Diese gelbe Tonne, aufgenommen in Uelzen, quillt über. Das kann passieren, wenn die Firma RMG den Haushalten nicht genügend Tonnen zur Verfügung stellt.
  • Lars Lohmann
    vonLars Lohmann
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Mit der Einführung der Gelben Tonne im Landkreis sollte endlich die Zeit der herumfliegenden und zerfetzten Gelben Säcke vorbei sein.

Doch bei vielen Einwohnern herrschen zurzeit nur Frust und Wut vor, weil der Wechsel auf die Tonne eher chaotisch als in geordneten Verhältnissen vonstatten ging. Viele beschweren sich über unpassende, nicht gelieferte Abfallbehälter, ungeleerte Tonnen oder den Kundenservice der RMG Abfallmanagement GmbH aus Eltville.

Das Notfallmanagement des hessischen Unternehmens als ausbaufähig zu bezeichnen, ist dabei noch eine Untertreibung. Denn die lapidare Antwort, dass sich die Gelbe Tonne in der Auslieferung befindet, ist in Fällen, bei denen Menschen zum Teil schon seit mehreren Monaten auf einen Abfallbehälter warten, nichts als Hohn gegenüber den Betroffenen.

Den Frust über die chaotischen Verhältnisse dürfen dann vor Ort andere ausbaden, die eigentlich nichts mit den Gelben Tonnen zu tun haben. Zuvorderst der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) des Landkreises und die Kommunalverwaltungen.

Den Auftrag für die Leerung hatte das Duale System Deutschland ausgeschrieben und dort hatte sich RMG gegen den AWB durchgesetzt. Die Kreispolitik hatte lediglich die Einflussmöglichkeit, sich für die Gelbe Tonne anstatt des Gelben Sackes auszusprechen. Eine Idee, die grundsätzlich richtig war und noch immer ist. Die jetzt aber aufgrund der Vielzahl von Beschwerden vielfach nur noch für Frust sorgt.

Dass die Bewohner des Landkreises Uelzen dabei nicht die Einzigen sind, die Probleme mit der Gelben Tonne haben, kann da nur ein schwacher Trost sein. Auch in Bremen und im Landkreis Rotenburg hat die RMG Probleme bei der Auslieferung und Umsetzung. Was vielmehr darauf hindeuten könnte, dass das Unternehmen entweder mit der logistischen Aufgabe der Verteilung überfordert ist oder sich nicht ausreichend damit beschäftigt hat.

Anstatt sich darauf zurückzuziehen, die 120- und 240-Liter-Tonnen nach den Durchschnittswerten für die jeweiligen Haushaltsgrößen zu verteilen, wäre es doch sinnvoller gewesen, die gewünschte Tonnengröße bei den Haushalten durch ein Schreiben abzufragen. Was natürlich einen erheblichen Mehraufwand bedeutet und damit wohl auch für zusätzliche Kosten gesorgt hätte. Die Folge wäre gewesen, dass zunächst die Gewinnmargen kleiner ausgefallen wären. Am Ende soll die RMG natürlich auch ihr Geld verdienen. Denn allen muss klar sein: Am Ende ist Müll einfach nur ein Geschäft wie jedes andere auch.

So wandelt sich aber eine gut gemeinte Umstellung vom Gelben Sack auf die Gelbe Tonne in ein Paradebeispiel für unnötig verursachten Bürgerfrust.

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